Solarverein macht Vorschläge für Koalitionsvertrag und startet Petition

Eine weltweite Einigung auf Klimaschutzziele oder die Umstellung des Energiesystems sieht der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) – auch aufgrund der unbefriedigenden Ergebnisse der Klimakonferenz in Warschau – in weiter Ferne. Persönliche Opfer von Idealisten, die freiwillig ihren Bedarf an umweltschädlicher Energie einschränken, führten ebenfalls nicht zum Ziel. Daher schlagt der Verein einen aus seiner Sicht aussichtsreichen Mittelweg vor: Den nationalen Alleingang Deutschlands in der Energiepolitik.

Bei der Markteinführung von Solaranlagen in Deutschland in den Jahren von 2000 bis 2010 habe sich bereits gezeigt, dass eine eigene Energiepolitik zu großen Erfolgen führen kann. Die kostendeckende Einspeisevergütung für Solarstrom bei gleichzeitigem Einspeisevorrang habe zur Massennachfrage geführt, deren Auswirkung bis nach China reichte. Bereits nach zehn Jahren sei die Wirtschaftlichkeit von Solarstrom nun fast erreicht.

Deutschland kann diesen nationalen Alleingang auch weiterhin erfolgreich meistern, da hier drei wichtige Voraussetzungen gegeben seien, nämlich Umweltbewusstsein, technisches Wissen und Wohlstand. Der Ausbau der erneuerbaren Energien werde außerdem Arbeitsplätze schaffen und die Energie-Infrastruktur modernisieren.

Der Solarenergie-Förderverein plädiert daher für den schnellstmöglichen Umstieg auf 100 Prozent CO2-freie, erneuerbare Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich, gegebenenfalls auch im nationalen Alleingang. Eine Aufnahme dieser Zielbestimmung ins Grundgesetz könnte zudem das Vertrauen in die Beständigkeit der Markteinführungsprogramme wieder herstellen.

Zusätzlich schlägt der Verein fünf „notwendige Einzelmaßnahmen“ vor:

  • Entschlossene Wiederaufnahme des ursprünglichen Solarenergie-Markteinführungsprogramms ohne Deckelung und ohne kurzfristige Vergütungskürzungen.
  • Bereitstellung des notwendigen Anteils der jeweiligen Landesfläche für den Ausbau der Windenergie in allen Bundesländern.
  • Markteinführung von Pufferspeichern in zukünftigen Solaranlagen, damit die Überschüsse der sonnigen Mittagszeit abends und nachts verfügbar werden.
  • Markteinführung von Langzeitspeichern für Erneuerbare Energien z.B. auf chemischer Basis (Power to Gas oder Power to Liquid) für eine Stromerzeugung in Gas- und Blockheizkraftwerken.
  • Rückbau von Braun- und Steinkohlekraftwerken im gleichen Maße, wie Solar- und Windanlagen ausgebaut werden. Rückbau zum einem wegen ihrer Klimaschädlichkeit – zum anderen aber auch, damit nicht zwei inkompatible Stromversorgungssysteme gleichzeitig betrieben und bezahlt werden müssen!

Um Unterstützung für die Thesen zu bekommen hat der Solarenergie-Förderverein auch eine Online-Bürgerpetition gestartet, die ab sofort unterzeichnet werden kann. Zur Petition „An die Politiker aller Parteien: Schnellstmöglich 100 % Erneuerbare Energien, ggf im nationalen Alleingang“ auf der Webseite von avaaz.org. (Mirco Sieg)