RWE und Eon mit mehr als 30 Milliarden Euro Schulden

Die Energiekonzerne Eon und RWE haben nun auch ihre Quartalsberichte vorgelegt und einen Ausblick für das laufende und das kommende Geschäftsjahr gegeben. Der Essener Energiekonzern gab bekannt, dass er in den ersten drei Quartalen 2013 sein EBITDA-Ergebnis mit 6,7 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 39,9 Milliarden Euro weitgehend stabil gehalten habe. RWE habe dabei vor allem vom witterungsbedingt höheren Gasabsatz profitiert. Seine Schulden habe der Energiekonzern durch den Verkauf von Unternehmensteilen senken können. Dennoch bezifferte RWE seine Nettoverschuldung Ende September 2013 mit 30,8 Milliarden Euro – 2,2 Milliarden Euro weniger als zum Jahresende 2012. Zugleich habe sie die Mitarbeiterzahl um vier Prozent in diesem Zeitraum auf 67.267 Mitarbeiter verringert, teilte der Konzern weiter mit.

RWE hat allerdings den umfangreichen Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt. Bis zum Jahresende soll die Zahl der Stellen auf knapp 61.000 sinken. Rund zwei Drittel der Arbeitsplätze sollen in Deutschland abgebaut werden. Bereits Ende September hatte RWE angekündigt, Stellen in seiner Kraftwerkssparte abbauen zu wollen. Auch solle es Einschnitte im Bereich der für erneuerbare Energien zuständigen Tochter RWE Innogy geben. In zwei Schritten sollten demnach insgesamt 10.400 Jobs gestrichen werden. Der Konzern kündigte auch an, dass der bis Ende 2014 vereinbarte tarifliche Kündigungsschutz angesichts der Marktlage nicht verlängert werden könne.

Den Ergebnisausblick für das laufende Jahr bestätigte der RWE-Vorstand. „Das EBITDA liegt voraussichtlich bei circa 9 Milliarden Euro, das betriebliche Ergebnis bei circa 5,9 Milliarden Euro und das nachhaltige Nettoergebnis bei circa 2,4 Milliarden Euro.“ Dagegen werde 2014 aber mit einem deutlichen Ergebnisrückgang gerechnet, der vor allem mit der verringerten Ertragskraft der konventionellen Stromerzeugung zu begründen sei.

Beim Konkurrenten Eon liegen die Ergebnisse für die ersten drei Quartale ebenfalls im Rahmen der Erwartungen. „Der Umsatz lag mit 89,3 Milliarden Euro um 5 Prozent unter dem Vorjahresniveau, das EBITDA ging um rund 1,7 Milliarden Euro auf 7,1 Milliarden Euro zurück“, teilte der Energiekonzern mit. Der nachhaltige Konzerngewinn sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 53 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro gesunken. Zugleich hätten die erneuerbaren Energien aber einen weiter steigenden EBITDA-Beitrag geleistet. Eon setzt vor allem auf den Bau von Offshore-Windparks in Europa. „Die Erneuerbaren Energien sind eine Stütze unseres Ergebnisses, unsere moderne Windflotte gehört zu den ertragsstärksten im Markt und ist mit einer Verfügbarkeit von 98 Prozent eine verlässliche Größe der Energieversorgung in Europa“, erklärte der Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen.

Aber auch Eon drückt ein großer Schuldenberg. Der Konzern habe zum Ende des dritten Quartals eine wirtschaftliche Nettoverschuldung auf 33,1 Milliarden Euro vorzuweisen. Seine Prognose für das laufende Jahr musste Eon senken. Das EBITDA-Ergebnis werde demnach zwischen 9,2 und 9,8 Milliarden Euro liegen und der nachhaltige Überschuss zwischen 2,2 und 2,4 Milliarden Euro. Der Eon-Chef schiebt die verschlechterte Geschäftslage seines Konzerns auf den Einspeisevorrang der Erneuerbaren in Deutschland. Er forderte von der neuen Bundesregierung eine Änderung. „Sonst müssten noch mehr als die angekündigten 11 Gigawatt an Kraftwerksleistung bis 2015 eingemottet oder stillgelegt werden. Aktuell führten die laufenden Anlagen nicht zu Verlusten, es sei aber knapp“, gibt die Nachrichtenagentur dpa-AFX eine Aussage Teyssens wieder. (Sandra Enkhardt)