SPI: „Die Zeiten für Solar waren nie besser“

Jesse Pichel von Roth Capital Partners überschlug sich bei einem Symposium der U.S.-Investmentbank auf der Solar Power International (SPI) beinahe vor Optimismus: „Die Zeiten für Solar waren niemals besser“, unterstrich Pichel. Er führte im Gespräch mit pv magazine eine Reihe von Gründen an: Die börsennotierten Photovoltaik-Unternehmen seien beinahe alle gut aufgestellt und verdienten wieder Geld. Vor allem die chinesischen und taiwanesischen Modul- und Zellhersteller produzierten derzeit mit voller Auslastung. Im Gegensatz zu früheren Jahren investierten sie nun nicht in überzogene Kapazitätserweiterungen, sondern vor allem in Downstream-Aktivitäten, was ein solider Kurs sei. Die Photovoltaik-Nachfrage ziehe derzeit, getrieben von Japan, China und den USA, spürbar an. Pichel sieht das nun beginnende Wachstum der Branche als wesentlich nachhaltiger als in früheren Jahren, weil Solarstrom aufgrund der Kostensenkungen nicht mehr so stark auf staatliche Förderungen angewiesen sei. Zudem sieht er in vielen wichtigen Photovoltaik-Märkten wie Japan und China ein stark gewachsenes Umweltbewusstsein. Viele Banken, auch in den USA, würden zunehmend den Wert der Photovoltaik erkennen. Pichel sieht in den USA einen wachsenden Kreditmarkt für Photovoltaik-Investitionen; neben der weiter zunehmenden Bedeutung von Leasingfirmen im Bereich privater Dachanlagen.

Auch die von pv magazine besuchten Firmen auf der Messe bekräftigten dieses optimistischen Aussagen. So rechnet Jinko Solar USA für dieses Jahr mit einem viermal so hohen Umsatz wie im Vorjahr, sagte Nigel J. Cockroft, General Manager USA. Henry K. Yun, Vice President of Corporate Planning von Hanwha Q-Cells USA berichtete von einem „stark gewachsenen und profitablen“ EPC-Geschäft. Stefan Müller, COO von Enerparc sieht die USA als einen der „wichtigsten nachhaltigen Wachstumsmärkte“ trotz der immer noch zu hohen „Softkosten“ wie langen Genehmigungszeiten, Bürokratie und hohen Lohnkosten bei der Montage. Zuversichtlich zeigte sich auch Paul Nahi, Vorstandschef von Enphase. Der Hersteller von Microwechselrichtern baue das Geschäft in den USA weiter aus, auch im kommerziellen Anlagenbereich. So sei in den vergangenen Tagen erstmals in den USA eine Großanlage mit 3 Megawatt Leistung mit Microwechselrichtern von Enphase in Betrieb genommen worden. LG präsentierte in Chicago erstmals einen Prototyp eines AC-Moduls mit einem integrierten Microwechselrichter. Marketing Manager Joseph Park ist optimistisch, dass das koreanische Unternehmen seinen Marktanteil in den USA im Dachanlagen-Bereich von derzeit zehn Prozent in kommenden Jahr weiter ausbauen kann.  In diesem Jahr könne das Unternehmen seinen Absatz in den USA voraussichtlich um gut zehn Prozent auf 110 Megawatt steigern. „Bis Ende November sind wir schon ausverkauft“, sagte Park.

Auch der chinesische Modulhersteller ZnShine Solar ist dabei, seine Präsenz und das Vertriebsnetz in den USA auszubauen, berichtete Stuart Brannigan, Vice President Sales and Marketing. Im kommenden Jahr werde man in Zusammenarbeit mit einem japanischen Hersteller ein Photovoltaik-System mit einer optimierten Elektronik und einer um 20 Prozent höheren relativen Effizienz auf den Markt bringen, für das Brannigan gerade in den USA sehr gute Absatzchancen sieht. (Hans-Christoph Neidlein)