Photovoltaik-Weltmarkt wird von Nachfrage aus China und Japan getragen

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Die Nachfrage nach Photovoltaik-Produkten in China und Japan wird NPD Solarbuzz zufolge im zweiten Halbjahr voraussichtlich neun Gigawatt erreichen. Dies sei eine Steigerung um 100 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr und 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, heißt es im vierteljährlichen Marktbericht für die größten Photovoltaik-Märkte im asiatisch-pazifischen Raum. Insgesamt würden die Märkte in Asien und dem Pazifik auf einen Zubau von 16 Gigawatt in diesem Jahr kommen, womit sie mehr als 40 Prozent der weltweiten Photovoltaik-Nachfrage abdeckten.

Voraussichtlich werde China in diesem Jahr der größte Photovoltaik-Markt weltweit werden. Im zweiten Quartal habe die Nachfrage nach Photovoltaik-Dachanlagen erstmals jene nach Freiflächenanlagen überholt, so die Analyse von NPD Solarbuzz. Grund seien die Pläne der Regierung, dieses Segment stärker zu fördern. Für das zweite Halbjahr sei aber zu erwarten, dass viele Freiflächenanlagen realisiert würden. Allerdings müssten dafür Probleme bei der Finanzierung und dem Netzanschluss noch ausgeräumt werden, wie es weiter heißt.

Auch Japan sei weiterhin höchst aktiv im Photovoltaik-Bereich. NPD Solarbuzz erwartet in diesem Jahr ein Wachstum des Marktes um 150 Prozent. Es gebe noch eine Projektpipeline von mehr als 5 Gigawatt für Photovoltaik-Anlagen, die vor dem Ende des zweiten Quartals 2014 in Japan realisiert werden sollen. Im zweiten Halbjahr würden etwa 65 Prozent der neu installierten Photovoltaik-Anlagen auf den kommerziellen und Kraftwerksbereich entfallen, heißt es bei NPD Solarbuzz. Noch im Vorjahreszeitraum seien es vor allem Photovoltaik-Dachanlagen gewesen, die realisiert worden.

„Das Rekordniveau von Photovoltaik-Lieferungen nach China und Japan fällt mit der Rückkehr der Unternehmen zu positiven Margen und der letzten Phase der Marktbereinigung von nicht-wettbewerbsfähigen Herstellern zusammen“, sagt Finlay Colville, Vizepräsident von NPD Solarbuzz. Nach der langsam einsetzenden Erholung würden viele Photovoltaik-Hersteller wieder mit größeren Erwartungen in das kommende Geschäftsjahr blicken. Dies zeigten die teilweise verbesserten Erwartungen bei Absatz und Margen einzelner Unternehmen.

Dennoch gebe es auch noch Unsicherheiten. Die Nachfrage im asiatisch-pazifischen Raum sei stark von der weiteren Entwicklung der Einspeisetarife in China und den USA abhängig. In Japan gebe es zudem erste Anzeichen für erschwerte Marktbedingungen. So gebe es Berichte über Modulengpässe. Auch seien Projektentwickler mittlerweile gezwungen, ihre Anlagen in abgelegenen geografischen Regionen zu realisieren. „Das Wachstum in China und Japan ist notwendig geworden, um die inländischen Hersteller und Projektentwickler zu unterstützen“, sagt Colville. „Allerdings wissen wir noch nicht, wie weit die Förderung während des Jahres 2014 reduziert wird oder wieviel Kapazität noch zugebaut werden kann, ehe es eine Decklung des jährlichen Photovoltaik-Zubaus geben wird“, so der NPD-Solarbuzz Vizepräsident weiter.

Im asiatisch-pazifischen Raum seien vor allem Australien und Indien weitere wichtige Märkte, die derzeit durch politische Unsicherheiten bestimmt seien. In Indien gebe es Verzögerungen bei der zweiten Phase der „National Solar Mission“. Zudem laufe derzeit ein Anti-Dumpingverfahren und es werde über die Kürzung der Einspeisetarife diskutiert. In Australien sorgten die bevorstehenden Wahlen für Unsicherheit. Es sei nicht klar, wie es künftig mit der Kohlendioxid-Steuer weitergehe und welche Ausbauziele die neue Regierung bei den Erneuerbaren verfolge, heißt es weiter. Daher werde der Zubau der Photovoltaik in Australien derzeit ausgebremst. (Sandra Enkhardt)

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