Solarworld entlässt 50 Mitarbeiter in USA

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Solarworld will in den USA im Spätsommer 50 Mitarbeiter entlassen. Die betroffenen Angestellten bekommen aber eine Unterstützung vom Bund, da das US-Arbeitsministerium festgestellt habe, dass die Einfuhren von chinesischen Solarmodulen für die Kündigungen verantwortlich seien, teilte das Photovoltaik-Unternehmen mit. Die Kündigungen betreffen vor allem Mitarbeiter in der Waferfertigung im Werk Hillsboro im US-Bundesstaat Oregon. Für sie sei es möglich, staatliche Leistungen wie Zuschüsse für die Jobsuche oder Umschulungen in Anspruch zu nehmen, hieß es weiter. Insgesamt wird Solarworld nach den Entlassungen immer noch mehr als 700 Mitarbeiter in den USA haben, hieß es weiter. Das Werk in Hillsboro bleibe damit die größte Fertigung für Solarmodule und Solarzellen in den USA. 

Erst im vergangenen Jahr hatte das US-Handelsministerium Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle von rund 31 Prozent auf kristalline Photovoltaik-Importe aus China verhängt. Dies geschah aufgrund einer Beschwerde mehrerer US-Hersteller, an deren Spitze die US-Tochter von Solarworld stand. Bei Solarworld heißt es nun, dass China dennoch den US-Markt weiterhin mit Produkten zu Dumpingpreisen beliefere. Daher sei es für Solarworld nicht länger möglich, Solarwafer in den USA zu produzieren – trotz weiterer Kostensenkungen in der Produktion. Die Entlassungen seien daher unumgänglich.

Solarworld sieht auch nach den 13 Monaten Ermittlungszeit, die mit der Verhängung der Importzölle in den USA endeten, noch Schlupflöcher, die die chinesischen Hersteller nutzten, um ihre Ware in den USA in großem Stil zu Dumpingpreisen auf den Markt zu bringen. So würden chinesische Photovoltaik-Hersteller Solarzellen aus anderen Ländern in ihren Solarmodulen einsetzen, um die Zölle zu umgehen. Um dieses Schlupfloch zu schließen, wolle Solarworld nun Beschwerde beim Internationalen Handelsgericht in den USA einreichen, so das Unternehmen weiter. (Sandra Enkhardt)