Analysten: Neustrukturierung von REC könnte scheitern

Die geplante Aufspaltung der Renewable Energy Corp. ASA (REC) in zwei unabhängige Unternehmen, REC Silicon und REC Solar, könnte am Widerstand der Anleihegläubiger scheitern. Die Analysten der Citigroup halten die Zustimmung der Anleihegläubiger für unwahrscheinlich, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Als Grund nannten die Citigroup-Analysten Jason Channell und Phuc Nguyen die Pläne Chinas, bis zu 57-prozentige Zölle für Polysilizium-Importe aus den USA und Südkorea einzuführen, um die heimischen Hersteller zu schützen. Dies würde das Silizium-Geschäft für REC unrentabel machen. Da auch die Schulden der REC ASA auf die neue REC Silicon überschrieben werden sollen, könnten die Gläubiger nicht mit einer Rückzahlung rechnen, schreiben die Analysten in ihrer Einschätzung.

„REC wird an seinem Vorschlag festhalten, die beiden Geschäftsbereiche REC Silicon und REC Solar in zwei unabhängige Gesellschaften aufzuteilen. Wir glauben, dass Silicon und Solar als getrennte Gesellschaften am besten starkes Marktwachstum erzielen und erfolgreicher sein können“, erklärte Luc Graré, zuständig für Marketing bei REC, auf Anfrage von pv magazine. Im August gebe es eine außerordentliche Hauptversammlung, wo die Aktionäre dem Vorschlag zustimmen sollen. Kurz danach werde es ein Treffen der Anleihegläubiger geben, die ebenfalls zustimmen müssten.

Zu den seit Mittwoch geltenden Importzöllen für Polysilizium in China sowie den in Europa laufenden Dumpingverfahren sagte Grare: „Wir hoffen, dass die EU, China und die USA eine einvernehmliche Lösung in den Antidumping-Verfahren finden werden, welche einen offenen und fairen Handel sicherstellt. Handelsbarrieren wie Strafzölle sind nicht im Interesse der Solarindustrie, da sie die Wettbewerbsfähigkeit reduzieren und zu höheren Preisen führen werden.“

REC hatte in der vergangenen Woche mit der Vorlage seiner Quartalszahlen eine grundlegende Neustrukturierung des Unternehmens angekündigt. Die bisherigen Geschäftsbereiche REC Silicon und REC Solar sollen demnach als eigenständige börsennotierte Unternehmen fortgeführt werden. Die bisherige REC ASA solle zur REC Silicon umgerüstet werden und der bisherige Vorstandschef Ole Enger im Amt bleiben. Der Hauptsitz von REC Silicon solle in den USA sein. REC Solar wird nach den Plänen ein komplett neues Unternehmen mit Hauptsitz in Singapur. Oyvind Hasaas solle der neue Vorstandschef werden. Der aktuelle Hauptsitz im norwegischen Sandvika solle nach einer Übergangszeit erheblich verkleinert werden. Die derzeitigen Schulden von REC ASA sollen nach den Plänen komplett bei REC Silicon verbleiben. Das bedeutet, dass die neue Firma REC Solar bei Gründung schuldenfrei sein wird. Die Marke und das Markenzeichen REC werden hingegen zum neuen Unternehmen REC Solar gehören. Die Muttergesellschaft und das damit verbundene Siliziumgeschäft würden zu gegebener Zeit umbenannt.

Grund für die Aufspaltung des Unternehmens sei, dass die Synergieeffekte zwischen den beiden Abteilungen bisher eher gering sind. Weniger als die Hälfte der Siliziumproduktion werde zur Fertigung von REC-Solarmodulen verwendet. Auch die Vertriebsstrukturen und das Geschäftsmodell seien völlig unterschiedlich, sagte Luc Graré in der vergangenen Woche in einem pv-magazine-Interview. „Daher sind wir zu dem Beschluss gekommen, dass es für das Wachstum der beiden Geschäftsbereiche besser ist, wenn sie komplett voneinander getrennt sind.“ Besonders im Photovoltaik-Projektgeschäft, in dem Projekte oft über Konsortien oder Joint Ventures realisiert werden, sei die neue Kapitalstruktur der eigenständigen Firma REC Solar günstiger, so Grare weiter. (Sandra Enkhar