ABB glaubt an die Photovoltaik

Während deutsche Konzerne wie Bosch oder Siemens aus dem Photovoltaik-Segment flüchten, investiert das Schweizer Unternehmen ABB weiter in sein Solargeschäft. „Langfristig wird Solar ein stabiler und profitabler Markt sein“, sagte Maxine Ghavi, Chefin der ABB-Solarsparte, dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe): „Es wird erwartet, dass in den nächsten Jahren der Weltmarkt um mehr als zehn Prozent steigen wird. Daher investieren wir in das Geschäft.“

Angst vor Turbulenzen zeigt Ghavi dabei nicht, da davon vor allem Produzenten von Photovoltaik-Modulen betroffen seien. ABB dagegen werde keine Solarmodule produzieren und auch nicht als Projektentwickler von Photovoltaik-Kraftwerken auftreten, sondern sich wie bisher auf Netztechnik und Leistungselektronik konzentrieren. In diesem Bereich sind Ghavi dem Interview zufolge auch Abrundungszukäufe in den Bereichen der Wertschöpfungskette denkbar, in denen ABB bereit aktiv ist. Die milliardenschwere Übernahme des Wechselrichter-Produzenten Power One sei Teil dieser Strategie: Bislang habe ABB nur Wechselrichter für gewisse Segmente und Regionen verkauft, nun ermögliche Power One den Zugang zum gesamten Markt. Bei Wechselrichtern als „Hirn der Photovoltaikanlage“ sei außerdem das Risiko eines Preisverfalls geringer als zum Beispiel bei Modulen, so Ghavi.

Trotz negativer Schlagzeilen erwartet Ghavi „in wichtigen Ländern wie Deutschland und Italien weiter solides Wachstum“, da Solarstrom dort zunehmend wettbewerbsfähig werde. Hinzu kämen aufstrebende Märkte wie China, die USA und Südamerika. (Petra Hannen)