Solarworld einigt sich mit Gläubigern

Die Solarworld AG hat verkündet, dass sie sich mit  ihren Schuldscheingläubigern und dem Inhaber eines gesicherten Darlehens eine Einigung über die Restrukturierung der Finanzverbindlichkeiten erreicht habe. Diese sehe vor, dass im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung am 7. August das Grundkapital des Photovoltaik-Herstellers im Verhältnis von 150 zu 1 abzuwerten. In der Folge solle dann eine Kapitalherabsetzung durch Zusammenlegung der Aktien erfolgen. Das Grundkapital solle entsprechend von derzeit 111.720.000 Euro um 110.975.200 Euro auf 744.800 Euro reduziert werden. Danach gebe es eine Sachkapitalerhöhung um 14.151.200 Euro durch die Ausgabe neuer Stammaktien, die ausschließlich an die Gläubiger gehen sollen, hieß es weiter. Die Alt-Aktionären hätten danach nur noch einen Anteil von etwa fünf Prozent an Solarworld.

Nach dem Plan will Solarworld 55 Prozent seiner ausstehenden Schulden nicht zurückzahlen. Außerdem sei geplant, dass Qatar Solar S.P.C. als Investor künftig zu 29 Prozent an Solarworld beteiligt sein werde. Die katarische Firma werde auch ein neues Darlehen über 50 Millionen Euro gewähren. Vorstandschef Frank Asbeck wird neue Aktien erwerben und nach einer Abwertung seiner Aktienanteils von 28 auf 1,4 Prozent durch den anschließenden Kauf neuer Aktien für zehn Millionen Euro wieder mit mehr als 20 Prozent an dem von ihm gegründeten Photovoltaik-Unternehmen beteiligt sein.

Wenn das Konzept so umgesetzt wird, können wir wieder durchstarten", sagte Asbeck der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Er sei fest überzeugt, dass Solarworld restrukturierbar sei. Er glaube an den technologischen Vorsprung des Unternehmens. Schon 2014/2015 seien bei Solarworld wieder schwarze Zahlen möglich, so Asbeck weiter. Der Photovoltaik-Hersteller beschäftigt noch 2.600 Mitarbeiter, davon rund 1.700 in Deutschland. In Spitzenzeiten waren es insgesamt 3.500. Weiterer Personalabbau sei nicht geplant, sagte Asbeck. (Sandra Enkhar