Zweiter Anlauf: Solarworld lädt Gläubiger erneut ein

Die Solarworld AG hat für den 8. und 9. Juli zwei weitere Gläubigerversammlungen einberufen. Dabei sollen die Inhaber der 2016 und 2017 fälligen Wandelschuldanleihen über die Wahl eines gemeinsamen Vertreters abstimmen, wie der Photovoltaik-Hersteller aus Bonn mitteilte. Vor knapp zwei Wochen waren die jeweils ersten Gläubigerversammlungen am mangelnden Interesse gescheitert. Da das notwendige Quorum von 50 Prozent deutlich unterschritten wurde, konnte die Wahl damals nicht erfolgen. Auf der jeweils zweiten Gläubigerversammlung werde es eine Entscheidung geben, da diese unabhängig von der Zahl der Teilnehmer beschlussfähig sein werde, hieß es weiter. Aufgabe des gemeinsamen Vertreters sei es, die Interessen aller Anleihegläubiger zu bündeln und zu vertreten. Der Vorstand von Solarworld wolle den Inhabern der Schuldverschreibungen in den kommenden Wochen ein konkretes Angebot unterbreiten. Die Entscheidung darüber solle auf weiteren Gläubigerversammlungen fallen.

Der Vorstand des Photovoltaik-Unternehmens werde auf den Treffen erneut über den Stand des finanziellen Restrukturierungsprozesses berichten. Derzeit würden noch die Details ausgearbeitet. Solarworld plant einen drastischen Kapital- und Schuldenschnitt, nach dem die Anleihegläubiger die Mehrheit der Anteile an dem Unternehmen halten sollen. Die Altaktionäre würden weitgehend an Einfluss verlieren. Solarworld-Vorstandschef Frank Asbeck hatte in der vergangenen Woche angekündigt, einen zweistelligen Millionenbetrag in den Kauf neuer Solarworld-Aktien investieren zu wollen. Er hofft, dass die Umschuldung im dritten Quartal abgeschlossen sein wird. (Sandra Enkhardt)