Solarworld und Conergy verlieren an Boden

Im ersten Quartal sind nach den jüngsten Erhebungen von NPD Solarbuzz die 20 größten Modulherstellern weltweit einen Marktanteil von etwa 70 Prozent. Im Vorjahreszeitraum seien es noch 58 Prozent gewesen. „Die anhaltende Konsolidierung der Photovoltaik-Hersteller schafft neue Möglichkeiten für die führenden Modulanbieter“, sagt Ray Lian, Senior Analyst von NPD Solarbuzz.  Diese versuchten sich, auch immer breiter aufzustellen und damit der Globalisierung der Photovoltaik-Nachfrage Rechnung zu tragen. Dabei setzten sie teilweise auf aggressive Marketingstrategien, um ihre Marktanteile auszubauen. Dies treffe vor allem auf die größten chinesischen Photovoltaik-Hersteller wie Yingli Green Energy, Trina Solar, Canadian Solar, Jinko Solar und Renesola zu. Die sogenannten Tier 1-Modulhersteller würden auch weiterhin den Markt dominieren. Die zehn größten Produzenten aus China erreichten einen Anteil von 41 Prozent in den vier vergangenen Quartalen, wie der vierteljährliche Modultracker von NPD Solarbuzz zeigt. Aufsteigende chinesische Firmen wie JA Solar oder Hareon Solar hätten sich zunächst auf die Solarzellen-Produktion fokussiert; mittlerweile steige aber auch ihr Marktanteil bei den Solarmodulen.

„Die zehn führenden chinesischen Anbieter sind aber in Ländern weniger erfolgreich, wo es einen starken Wettbewerb mit heimischen Modulherstellern oder attraktive politische Anreize für Photovoltaik gibt“, sagt Lian weiter. Dies sei etwa in den USA oder Japan zu sehen, wo lokale Modulhersteller einen Großteil der Nachfrage abdeckten. In den USA hätten dabei First Solar und Sunpower die Spitze in den vergangenen vier Quartalen behaupten können. In Japan seien die heimischen Modulhersteller Sharp, Kyocera, Panasonic und Solar Frontier führend und verwiesen die chinesischen Modulhersteller in die Schranken, so die Analysten von NPD Solarbuzz. Die Anbieter aus China dominierten allerdings auf den europäischen Photovoltaik-Märkten ebenso wie in aufstrebenden Märkten, China und Australien.

Preise haben sich stabilisiert

Die laut NPD Solarbuzz führenden europäischen Tier 1-Modulhersteller wie Conergy und Solarworld hätten hingegen an Boden verloren. Sie fokussierten sich stark auf die Photovoltaik-Märkte in Europa und Nordamerika, die vor allem durch Markenbindung und höheren Preisen gekennzeichnet seien. Ihr Marktanteil sei binnen Jahresfrist allerdings unter den Top20-Modulherstellern von zehn auf 7,5 Prozent gesunken, so der NPD Solarbuzz-Modultracker. Insgesamt seien die durchschnittlichen Verkaufspreise der führenden Modulhersteller von 1,03 US-Dollar pro Watt im ersten Quartal 2012 auf 0,76 US-Dollar pro Watt im ersten Quartal 2013 gefallen. „Die Stabilisierung der Modulpreise während des ersten Quartal 2012 war vor allem durch die geographische Verschiebung der Nachfrage während des Quartals bedingt; wobei eine starke Nachfrage auf hochpreisigen Märkten wie Japan einen weiteren globalen Rückgang verhindert hat“, lautet die Einschätzung von Lian. Zukünftig sei aber auch weiterhin ein Preisgefälle zwischen den verschiedenen Ländern und Technologien zu erwarten. Hinzu kämen die Handelsstreitigkeiten über Importzölle oder Local-Content-Klauseln, die die führenden Modulhersteller bei ihren weiteren Marktstrategien bedenken müssten, so die Analysten. (Sandra Enkhardt)