Centrotherm, Solarworld und Phoenix Solar bescherten Anlegern große Verluste

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Auch im Jahr 2013 sind auf der Watchlist der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) wieder namhafte Photovoltaik-Unternehmen vertreten. Anführer der Liste der größten Kapitalvernichter im Jahr 2013 ist der Maschinen- und Anlagenbauer für die Photovoltaik-Industrie Centrotherm. Das Unternehmen musste im vergangenen Jahr einen Kursverlust von knapp 92 Prozent hinnehmen. Centrotherm befindet sich zwar schon in einem laufenden Insolvenzverfahren, laut DSW sei es aber trotzdem in die Liste mit aufgenommen worden, da „Centrotherm im Rahmen eines sogenannten Insolvenzplans saniert werden soll, dem Gläubiger und Aktionäre im Januar zugestimmt haben.“ Damit steht Centrotherm nicht nur auf Platz 1 der Watchlist 2013 sondern ist gleichzeitig auch der höchste Neueinsteiger.  Im vergangenen Jahr war Centrotherm noch nicht im unrühmlichen DSW-Index vertreten.

Auf Platz 2 der größten Kapitalvernichter folgt der Bonner Photovoltaik-Hersteller Solarworld mit einem Kursverlust von 68,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In der Watchlist 2012 lag das Unternehmen noch auf Platz 16. Im Januar dieses Jahres hatte Solarworld umfassende Restrukturierungsmaßnahmen angekündigt und schickte einen Teil der Belegschaft in Kurzarbeit. Den 3. Platz belegt der Photovoltaik-Projektierer Phoenix Solar aus dem bayerischen Sulzemoos. Als Konsequenz aus der schlechten Geschäftsentwicklung im Jahr 2012 kündigte Phoenix Solar im Februar an, sich aus dem Projektgeschäft in Deutschland zurückzuziehen und sich verstärkt auf internationale Märkte und neue Geschäftsmodelle konzentrieren.

Der Vorjahressieger Conergy ist in diesem Jahr nur noch auf dem 6. Platz. Weitere Photovoltaik-Unternehmen in der diesjährigen Watchlist sind Centrosolar auf Platz 10 (Vorjahr Platz 21), Manz auf Platz 13 (neu im Index), Singulus Technologies auf Platz 24 (Vorjahr Platz 28), Wacker Chemie auf Platz 28 (neu im Index) und Solar Fabrik auf Platz 47 (Vorjahr Platz 22). Aber auch zwei große Energieversorgungsunternehmen hat es in diesem Jahr getroffen.  Eon landet mit einem Kursverlust von rund 19 Prozent auf Platz 35 und RWE mit 9,2 Prozent Verlust auf Platz 43 der Watchlist.

Die Watchlist des DSW wird bereits seit dem Jahr 2001 veröffentlicht. Sie beschränkt sich auf die im Prime Standard notierten Werte, da Privatanleger nach Einschätzung der Schutzvereinigung in der Regel dort ihr Geld investieren. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz betont, dass eine Platzierung in der Liste nicht unbedingt ein Verkaufssignal sein muss. Bei einem funktionierenden Geschäftsmodell könne auch genau das Gegenteil der Fall sein. Es sei aber in jedem Fall ein Warnsignal, das Aktionäre ernst nehmen sollten. (Mirco Sieg)

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