Bürokratieabbau in Ontario gefordert

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Mit einer jährlichen Produktion von 120 Megawatt gehört MEMC Electronic Materials, Inc., die Muttergesellschaft des Projektentwicklers SunEdison, laut Popovsky,  zu den größten Modulherstellern in der kanadischen Provinz Ontario. Gefertigt werden sie von Flextronics im Großraum Toronto. Bis 2014 seien die Linien, auf denen entsprechend den Vorgaben des sogenannten FIT-Programms der Provinz, wonach Module „made in in Ontario“ gefertigt werden müssen, bereits fast vollständig ausgebucht, berichtet Poposvky. Davon seien 90 Megawatt für Photovoltaik-Projekte von Sunedison in Ontario reserviert; 130 Megawatt gingen an den Projektentwickler North Land Power.

Sorgen bereitet dem Business Development Manager bei Sunedison in Toronto allerdings die mittelfristige Photovoltaik-Geschäftsentwicklung.  „Die Ausbauziele in Ontario für die erneuerbaren Energien sind zu wenig ehrgeizig“, sagte er. Denn momentan gibt es einen Ausbaukorridor für alle erneuerbaren Energien in Ontario von 10,7 Gigawatt bis 2015, wovon jedoch  schon 9,5 Gigawatt an Projekte vergeben seien. Um die restlichen 800 Megawatt konkurrierten nun Wind-, Biomasse und Photovoltaik-Projekte, wobei der Aufwand hierfür steige. Denn unter dem neuen Einspeisegesetz, das vor zwei Wochen bekannt gegeben wurde, seien zusätzliche Projektprüfungen vorgesehen, die eine stärkere Einbeziehung von Kommunen und Einwohnern bei der Genehmigung vorsehe. „Eine stärkere Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung ist zwar sinnvoll und kann die Akzeptanz für Photovoltaik stärken“, sagt Popovsky. Dennoch sei zu befürchten, dass sich durch die neuen Auflagen die Genehmigungszeiten für Photovoltaik-Projekte noch mehr in die Länge zögen. 

Bereits im November 2011 wies the Canadian Solar Industry Association (CanSIA) daraufhin, dass die durchschnittliche Genehmigungsdauer für Solarparks im Megawattbereich bei etwa zwei Jahren liege. Dies führte auch zu Verzögerungen beim Abruf der Fördermittel: So wurden bis Ende vergangenen Jahres praktisch sämtliche Projekte nach den – hohen –  Fördersätzen des bereits 2006 verabschiedeten Renewable Energy Standard Offer Program (RESOP) gefördert. Seit Anfang dieses Jahres werden nun erstmals Mittel aus dem 2009 verabschiedeten Fördergesetz ausgeschüttet, das Einspeisetarife zwischen 44,3 und 82,7 kanadischen Cent pro Kilowattstunde für Photovoltaik-Anlagen gewährte. Das nun überarbeitete Gesetz sieht Kürzungen von rund 20 Prozent vor. Bis wann die neue Regelung praktisch greife, sei allerdings derzeit noch unklar, sagt Popovsky. Gefordert seien nun klare Vorgaben zur Umsetzung der neuen Zusatzregelungen sowie eine Erhöhung des Ausbaukorridors für erneuerbare Energien in Ontario. (Hans-Christoph Neidlein)

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