Q-Cells wird Dienstag Insolvenz beantragen

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Q-Cells SE wird am Dienstag beim Amtsgericht Dessau einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Hintergrund sei die Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main im Fall Pfleiderer. Damit sei "keine Fortführungsprognose mehr gegeben". "Daher ist die Stellung eines Insolvenzantrags rechtlich geboten", teilte das Photovoltaik-Unternehmen am Nachmittag mit. Die Unternehmensleitung werde gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter daran arbeiten, den Fortbestand des Unternehmens in der Insolvenz sicherzustellen.

Die Gerüchte, dass Q-Cells SE am Anfang der Woche einen Insolvenzantrag stellen wird, mehren sich. Das „Manager Magazin“ berichtete vorab, dass der Antrag am Montag oder Dienstag gestellt werden könnte. Verschiedene Medien spekulieren seit Freitag über die Konsequenzen, nachdem das hochverschuldete Photovoltaik-Unternehmen angekündigt hat, nach neuen Wegen suchen zu müssen, um seine Finanzprobleme zu lösen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte nun dem  Fernsehsender MDR, dass es für Q-Cells keine staatlichen Finanzhilfen geben werde. „Der Staat selber kann in dieser Situation finanziell nicht zur Seite stehen." Das Unternehmen müsse seine Hausaufgaben machen, so Haseloff weiter. Aus seiner Sicht müsse Q-Cells Alternativen entwickeln, um seine Grundstrukturen zu stabilisieren. Dabei sei der Photovoltaik-Hersteller aber auf einem guten Weg. Weiterhin lägen die aktuellen Schwierigkeiten auch in den rechtlichen Unklarheiten im Schuldverschreibungsgesetz. Diese erlaubten einzelnen Gläubigern gegen die Mehrheit einen Umschuldungsprozess zu blockieren. "Es muss vermieden werden, dass diese Minderheit das gesamte Unternehmen gefährdet und alle Konsolidierung in Gefahr bringt", sagte Haseloff weiter. Er sei bereits mit der Bundesregierung im Gespräch, um rasch eine rechtliche Klarstellung zu erreichen.

Bei Q-Cells war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Angesichts der  Spekulationen seit dem Wochenende verlor die Aktie am Montag weiter massiv an Wert, teilweise um bis zu mehr als 30 Prozent. Zudem war die Webseite „wegen Wartungsarbeiten“ am Morgen nicht mehr aufrufbar, wie die Nachrichtenagentur dapd berichtet. Sie funktioniert mittlerweile aber wieder. (Sandra Enkhardt)

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