Kehrtwende

Teilen

Die Sommersonne ist inzwischen bis auf das Börsenparkett vorgedrungen. Der Photovoltaik Global 30 Index lag am Stichtag 9. Juli bei 59,14 Punkten und damit mehr als elf Prozent über dem wenig erfreulichen Niveau des Vormonats. Bei 28 der insgesamt 30 im Index vertretenen Unternehmen legten die Kurse zum Teil kräftig zu.

Besonders positive Nachrichten aus den Unternehmen selbst sind für die gute Entwicklung verantwortlich. JA Solar, mit einem Plus von 31,79 Prozent der Gewinner des Monats, meldet Zuliefererverträge mit MEMC Electronic und Solar-Fabrik sowie die Übernahme der Shanghai Jinglong Solar Technology. Renesola (+28,04 Prozent) verzeichnet überraschend gute Zahlen für das zweite Quartal und erwartet einen entsprechenden Geschäftsverlauf in den nächsten sechs Monaten. Solarworld (+26,29 Prozent) wird von einer Kurszielanhebung der WestLB sowie von der Meldung beflügelt, dass die EU-Kommission die Hilfen für den Ausbau der Wafer-Fertigung in Freiberg in Höhe von 45 Millionen Euro genehmigt hat. Yingli Green Energy (+20,49 Prozent) begeistert mit dem Plan, die Produktionskapazitäten für Solarmodule innerhalb der nächsten drei Jahre auf drei Gigawatt zu verdreifachen – die China Development Bank hat dem chinesischen Solarkonzern bereits neue Kredite über 36 Milliarden Yuan (knapp vier Milliarden Euro) eingeräumt. Und E-Ton Solar (+20,08 Prozent) hat nicht nur im Juli die Produktionskapazität um 60 Megawatt erweitert, sondern wird auch in den Monaten September und Oktober jeweils weitere 60 Megawatt in Betrieb nehmen.

Verlierer des Monats mit einem Minus von 12,4 Prozent ist das US-Unternehmen Evergreen Solar, das inzwischen wegen anhaltend unbefriedigender Zahlen zum Pennystock abgerutscht ist. Dass die Nasdaq nun damit droht, wegen des niedrigen Kurses die Börsennotierung des Unternehmens einzustellen, sorgt für zusätzlichen Druck; jetzt müssen die Anteilseigner über eine Aktienzusam menlegung entscheiden. Auch REC (-10,63 Prozent) hat Probleme. Zwar gehen Analysten davon aus, dass inzwischen sämtliche negative Nachrichten in den Kurs eingepreist sind, rechnen aber erst im zweiten Halbjahr 2011 mit einer wirklichen Erholung der Sparte Zellen und Module.