Ex-City-Solar-Chef muss sechs Jahre in Haft

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Der frühere Chef der City Solar AG, Steffen Kammler, muss für sechs Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Koblenz verurteilte ihn am Freitag wegen Bankrotts im Zusammenhang mit Untreue sowie falscher Angaben gegenüber dem Handelsregistergericht, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage der photovoltaik erklärte. Der Angeklagte hatte demnach im Herbst 2008 durch Scheingeschäfte Liquidität in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro aus der Gruppe abgezogen. Der Verbleib eines „nicht unerheblichen Teils“ des Geldes sei noch unbekannt. Im Gericht hatte sich Kammler geständig gezeigt. Das Urteil wurde nach nur zwei Prozesstagen verkündet.

Der Mitangeklagte kam mit einer Bewährungsstrafe davon. Er wurde wegen der Beihilfe zum Bankrott in Zusammenhang mit Beihilfe zur Untreue in zwei Fällen zu einem Jahr und acht Monaten Bewährung verurteilt, wie die Sprecherin erklärte. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, über die schwierige finanzielle Lage des Unternehmens informiert gewesen zu sein und trotzdem Verträge abgeschlossen zu haben. Dadurch sei ein Schaden von 4,875 Millionen Euro entstanden.

Beide Angeklagten haben nun die Möglichkeit binnen einer Woche Berufung gegen das Urteil einzulegen. (Sandra Enkhardt)