EEG vs. Marktwirtschaft

Teilen

Ein Umdenken in der Klimaschutzpolitik fordert der Kronberger Kreis von Wirtschaftswissenschaftlern. Es solle allein auf den Emissionshandel gesetzt werden und dieser über Industrie und Stromerzeuger hinaus auf andere Sektoren ausgeweitet werden, heißt es in der Studie "Für einen wirksamen Klimaschutz" des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Marktwirtschaft. Im Gegenzug solle die gesamte Förderung erneuerbarer Energien komplett eingestellt werden. Die Förderzusagen für bestehende Anlagen würden die Ökonomen zwar nicht antasten, für neue Anlagen aber streichen. Angesichts der gravierenden Defizite der bisherigen deutschen Klimaschutzpolitik müsste die Subvention der Erzeugung von erneuerbaren Energien im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eingestellt werden, fordert der wissenschaftliche Beirat in der Studie.

Emissionshandel weltweit ausweiten

Die Wissenschaftler des Kronberger Kreises sehen keinen grundsätzlichen Widerspruch zwischen dem Klimaschutzziel und allgemeinen wirtschaftspolitischen Zielen. Es solle aber darauf geachtet werden, dass die ökologischen Kosten der Energieproduktion und -nutzung, die der Markt nicht "einpreist", in das privatwirtschaftliche Kalkül einfließen. Es müsse die wirtschaftlich günstigste Maßnahme gewählt werden, da die CO2-Reduktion sonst teuer werde, heißt es in der Studie weiter. Der Emissionshandel ist aus Sicht der Ökonomen das beste Instrument und sollte daher im Mittelpunkt der internationalen Klimaschutzpolitik stehen. "Bei einem funktionierenden internationalen Zertifikatehandel sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich, weil die Menge der erlaubten Emissionen festgelegt ist", heißt es in der Studie. Subventionen und ordnungsrechtliche Vorschriften im Sinne der erneuerbaren Energien wirkten hingegen wettbewerbsverzerrend und sollten deshalb aufgegeben werden. Wegen der Verknappung fossiler Brennstoffe würden sich die Marktchancen regenerativer Energien automatisch erhöhen, so die Wissenschaftler. Wichtig sei allerdings, dass möglichst alle Branchen und alle Länder vom Zertifikatehandel erfasst würden. (Sandra Enkhardt)

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Teilen

Ähnlicher Inhalt

An anderer Stelle auf pv magazine...

Schreibe einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentarrichtlinien.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.

Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.

Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.

Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.