Bosch baut Photovoltaik-Geschäft weiter aus

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Die Robert Bosch GmbH will sein Photovoltaik-Geschäft weiter ausbauen. Das Stuttgarter Unternehmen hat nach eigenen Angaben einem Vertrag mit den Kernaktionären der Aleo Solar AG zur Übernahme ihrer Aktien für neun Euro je Stück abgeschlossen. Die Kernaktionäre hielten insgesamt 39,43 Prozent des Grundkapitals. Es handele sich dabei um eine Gruppe von Investoren rund um den Aleo-Mitbegründer und -Aufsichtsratsvorsitzenden Marius Eriksen sowie eine dem Finanzinvestor Hannover Finanz nahe stehende Gesellschaft. Der Kaufpreis belaufe sich auf knapp 47 Millionen Euro, bestätigt Martina Ecker, Managing Director von Jefferies International Ltd. der photovoltaik.

Bosch beabsichtige des Weiteren ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Aktien der Gesellschaft zum selben Preis abzugeben. Bosch stellte die Transaktion allerdings unter Vorbehalt. So müsse zum einen die kartellrechtliche Freigabe des Erwerbs erfolgen und zum anderen die im freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot festzulegende Mindesterwerbsschwelle. Bosch will nach eigenen Angaben mindestens 75 Prozent der Anteile erwerben. Der Vorstand von Aleo Solar wirbt bei seinen Aktionären für eine entsprechende Übernahme. Sie sei wichtig, um den Wachstumkurs der vergangenen Jahre erfolgreich fortsetzen zu können, sagte der Vorstandsvorsitzende Jakobus Smit.

Beteiligung an Johanna Solar ausbauen

Gleichzeitig mit dem Übernahmeangebot hat Bosch mit den Gesellschaftern der Johanna Solar Technology GmbH einen Kaufvertrag über die Mehrheit an dem Unternehmen abgeschlossen. Aleo Solar habe sich gleichzeitig im Falle einer erfolgreichen Übernahme durch Bosch bereit erklärt, sich nicht mehr um den Erwerb weiterer Anteile von Johanna Solar zu bemühen. Aleo Solar hält derzeit 17 Prozent der Geschäftsanteile und wird auch zukünftig am Unternehmen beteiligt bleiben, wie Johanna Solar mitteilte.

Logischer Schritt

Die Übernahme sei der nächste logische Schritt nach dem Kauf der Ersol Solar Energy AG im vergangenen Jahr, sagt Ecker. Jeffries hat Aleo Solar und Johanna bei der Ausarbeitung der Übernahmeangebote beraten. Bosch sei bereits kurz nach der Ersol-Übernahme auf Aleo Solar zugekommen. Mit der Übernahme von Aleo Solar habe sich Bosch den notwendigen Zugang zum Endkundenmarkt verschafft, so Ecker weiter.

Das Unternehmen wird voraussichtlich weniger stark als Ersol in den Konzern integriert. Ein Zeichen dafür ist, dass das Management mitgekauft worden ist und das Unternehmen weiter führen soll. Ein weiterer Ausbau der Kapazitäten von Aleo Solar ist nach Ansicht von Experten gut vorstellbar, allerdings gibt es dazu noch keine offiziellen Verlautbarungen. Im Falle von Johanna Solar sei die weitere Entwicklung noch nicht absehbar. Derzeit verfügt das Unternehmen über 30 Megawatt Produktionskapazität für CIS-Module in Brandenburg an der Havel. Erst iIm November 2008 hat Johanna Solar dort die Produktion seiner Dünnschichtmodule aufgenommen.

Im Juni 2008 begann Boschs Engagement auf dem Photovoltaik-Sektor mit dem Einstieg bei Ersol. Auf der Hauptversammlung Mitte Juni war die komplette Übernahme durch den Automobilzulieferer beschlossen worden. Insgesamt will Bosch 530 Millionen Euro in den Ausbau der Kapazitäten von Ersol in Thüringen investieren und 1100 neue Arbeitsplätze bis 2012 schaffen. (Sandra Enkhardt)