Roth & Rau kauft Dünnschicht-Know-how

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Der Photovoltaik-Zulieferer Roth & Rau AG hat sämtliche Anteile an der CTF Solar GmbH aus Kelkheim erworben. Verkäufer der Anteile ist die Beteiligungsgesellschaft Murphy & Spitz Green Capital AG. Der Kaufpreis liege im einstelligen Millionenbereich, bestätigt Thomas Hoffmann von Murphy & Spitz. Die endgültige Summe hänge vom Erreichen der vertraglich festgeschriebenen Zielvereinbarung bis 2012 ab. Darin gehe es um die Aufteilung zukünftiger Gewinne. „Dies ist das Sahnehäubchen obendrauf“, sagt Hoffmann weiter. Der Finanzinvestor zeigte sich wegen des momentan schwierigen Marktumfeldes sehr zufrieden mit dem Geschäft.

Schlüsselfertiges Produktionslinien für CdTe-Dünnschichtmodule

CTG Solar besitzt großes Know-how auf dem Gebiet von Dünnschichtmodulen auf Cadmiumtellurid (CdTe)-Basis. Rund 15 Ingenieure arbeiten bei dem Kelkheimer Unternehmen an der Weiterentwicklung dieser Technologie. Nun will Roth & Rau die Technik allen interessierten Herstellern zugänglich machen. Bislang ist First Solar absoluter Marktführer bei der Produktion von CdTe-Dünnschichtmodulen. Mit der Belebung der Konkurrenz könnten die Herstellungskosten pro Wattpeak binnen zwei Jahre auf ein Drittel gesenkt werden, so die Erwartungen bei Murphy & Spitz.

Alleinstellungsmerkmal im Dünnschichtmarkt

Der sächsische Photovoltaik-Zulieferer will noch in diesem Jahr erste Turnkey-Anlagen zur Produktion von CdTe-Dünnschichtmodulen anbieten. Mit dem Kauf verfüge Roth & Rau nun über ein „Alleinstellungsmerkmal im Dünnschichtmarkt“, kommentierte Vorstandschef Dietmar Roth den Kauf. Diese Technologie biete gegenüber kristallinen Solarzellen enormes Potenzial, da sie niedrige Produktionskosten und wettbewerbsfähige Wirkungsgrade verbinde, hieß es weiter. Roth & Rau wollte künftig nicht nur das Projektmanagement von CTG Solar verantworten, sondern auch die Beschichtungsanlagen für die Abscheidung von CdTe fertigen. Ursprünglich hatte Mürphy & Spitz geplant, die Ausdehnung des Geschäfts von CTG Solar selbst zu finanzieren. Die Beteiligungsgesellschaft konnte die notwendigen finanziellen Mittel mit einer Kapitalerhöhung Ende vergangenen Jahres aber nicht einwerben.(SE)