Die aktuellen „Axpo Energy Reports“ zeigen auf, dass besonders die Photovoltaik und deren Ausbau eine zentrale Rolle spielt, um die Auslandsabhängigkeit zu reduzieren und auch AKW überflüssig zu machen. Das volle Potenzial der Erneuerbaren in der Alpenrepublik wird dabei aber weiter stark unterschätzt, während die Kosten zu hoch angesetzt sind, wie der Schweizer Photovoltaik-Verband Swissolar anmerkt.
Der Schweizer Verband liefert einen kompakten Überblick, welche neuen Regelungen und Verordnungen ab diesem Jahr für Photovoltaik-Anlagen greifen. Sie reichen vom neuen Winterstrombonus über die Rückliefervergütung bis hin zu neuen Flexibilitätsmechanismen.
Der Photovoltaik-Verband hat drei Szenarien im Zuge seines „Solarmonitors 2025“ präsentiert, die die weitere Marktentwicklung beschreiben. Mit einem 7-Punkte-Plan wendet sich Swissolar an die Politik, um wenigstens einen weiter konstanten Ausbau von Photovoltaik-Anlagen im Land zu gewährleisten.
Interview: Im Zuge der Beratungen über das EU-Stromabkommen hat der Schweizer Bundesrat eine Abschaffung der Minimalvergütung nach einer Übergangsfrist von drei Jahren vorgeschlagen. Dies schafft zusätzlich Unsicherheit auf dem heimischen Photovoltaik-Markt und ist aus Sicht von Swissolar nicht notwendig, sagt David Stickelberger, Leiter Markt und Politik. Der Verband wird sich für die Weiterführung stark machen, wobei eine alternative Finanzierung zu beraten sein wird.
Bis zum Ende des vergangenen Jahres waren in dem Land damit Photovoltaik-Anlagen mit einer kumulierten Leistung von fast 8,2 Gigawatt installiert. In diesem Jahr wird die Schweiz voraussichtlich etwa 14 Prozent seines Bedarfs mit Solarenergie decken, allerdings geht Swissolar von einem leicht rückläufigen Zubau aus. Die Zahl der installierten Batteriespeicher steigt indes und die Dynamik dürfte sich 2025 fortsetzen.
Das neue Stromgesetz in der Schweiz schafft neue Chancen für Solaranlagenbesitzer: Dank virtuellen Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (vZEV) können sie Solarstrom seit Anfang 2025 einfacher mit Nachbarn teilen. Ab 2026 eröffnen sich mit lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) neue Möglichkeiten für die regionale Vermarktung von Solarstrom.
Mittlerweile wird in der Schweiz etwa jede zweite Photovoltaik-Anlage in Kombination mit einem Batteriespeicher installiert. Auch wenn die Tendenz steigend ist, fordert Swissolar eine nationale Speicherstrategie, um den Trend zu unterstützen.
Die Verteilnetzbetreiber haben die Pflicht, eingespeisten Strom aus Photovoltaik-Anlagen abzunehmen und angemessen zu vergüten. Der Schweizer Bundesrat hat nun sein zweites Stromversorgungspaket in Kraft gesetzt und damit Tarife ab 2026 festgelegt. Für lokale Elektrizitätsgemeinschaften sollen demnach reduzierte Netzentgelte greifen. Swissolar begrüßt die Planungssicherheit, fordert aber Nachbesserungen.
Der Anteil der Photovoltaik am Strom-Endverbrauch wird in diesem Jahr bei etwa elf Prozent liegen. 80 Prozent des benötigten Schweizer Stromausbaus könnte die Photovoltaik bis 2035 liefern, wie der neue „Solarmonitor Schweiz“ des Verbands zeigt. Er soll helfen, die künftige Entwicklung realistisch abzuschätzen.
Nach Angaben von Swissolar werden künftig virtuelle Zusammenschlüsse für den solaren Eigenverbrauch sowie Photovoltaik-Anlagen an Fassaden und auf Parkplätzen stärker gefördert. Kritisch sieht der Verband, dass die Mindestvergütung für eingespeisten Solarstrom erst im ersten Quartal 2025 geregelt werden soll und dann Anfang 2026 in Kraft tritt.