In der neuen Förderunde hat bislang nur knapp die Hälfte der eingereichten Projekte eine Förderzusage erhalten. Ersten Abschätzungen zufolge könnten daher bis zu 200 Megawatt Photovoltaik-Leistung nicht realisiert werden.
Das Budget des Klima- und Energiefonds wird verdreifacht. Zudem können künftig Photovoltaik-Anlagen bis 50 Kilowatt Leistung die Förderung beantragen.
Knapp 50 Millionen Euro für die Solarförderung stehen 2020 in der Alpenrepublik zur Verfügung und sind beinahe aufgebraucht. Damit können Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 450 Megawatt gebaut werden. Ein deutlicher Sprung gegenüber den Vorjahren, aber nach Ansicht von PV Austria nicht ausreichend, um das Ziel von 100 Prozent erneuerbarem Strom bis 2030 zu erreichen.
Im letzten Jahr wurden 19 Prozent mehr geförderter Solarstrom erzeugt. Im Inland produzierter Ökostrom deckte 78 Prozent des österreichischen Bedarfs – den Löwenanteil lieferten große Wasserkraftwerke, die nicht gefördert werden.
Die Klimaschutzministerin hat umfangreiche Ausbaupläne für Photovoltaik-Anlagen vorgelegt – 11 Terawattstunden Kapazität sollen bis 2030 neu hinzukommen. PV Austria begrüßte das Programm, fordert jedoch noch mehr von Engagement von den Bundesländern, die sich für eine Photovoltaik-Pflicht auf Neubauten stark machen sollten.
Bis Ende des vergangenen Jahres waren damit in der Alpenrepublik rund 1,7 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Nach Ansicht von PV Austria braucht es eine weitere Beschleunigung der neu installierten Anlagen, um bis 2030 das Ziel von 11 Gigawatt Photovoltaik und damit eine komplette Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zu erreichen.
Es werden standortbezogene Informationen zu den baulichen und behördlichen Vorschriften für den Bau einer Photovoltaik-Anlage in wenigen Schritten zur Verfügung gestellt. Die App kann kostenfrei heruntergeladen werden.
Für Anlagen mit einer Leistung von bis zu fünf Kilowatt stehen jetzt insgesamt zehn Millionen Euro Fördermittel bereit. Die Förderhöhe für die einzelnen Anlagen hat die österreichische Bundesregierung aber nicht verändert.
Der Betreiber Verbund hat des kohlebetriebene Fernheizkraftwerk in der Steiermark planmäßig abgeschaltet. Damit ist die Kohleverstromung in Österreich Geschichte und der Weg für die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien in der Stromversorgung bis 2030 frei. Doch Photovoltaic Austria betont, dass Österreich dafür ein durchdachtes Erneuerbaren Ausbau Gesetz braucht, denn ein Viertel des Stroms wird immer noch fossil erzeugt.
Eine Studie von Greenpeace zeigt, dass 200.000 neue Arbeitsplätze allein in der Photovoltaik-Branche geschaffen werden könnten, wenn das Land sich für eine „grünes“ Konjunkturprogramm als Reaktion auf die durch die Corona-Krise bedingte Rezession auflegen würde. Photovoltaic Austria betont in diesem Zuge, dass die installierte Photovoltaik-Leistung für das Ziel einer dekarbonisierten Stromversorgung bis 2030 verzehnfacht werden muss.