Photovoltaik-Zubau in Österreich bei knapp 250 Megawatt 2019

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Der Photovoltaik-Markt in Österreich ist 2019 um ein knappes Drittel gewachsen. Der Zubau erreichte 247 Megawatt, die sich auf rund 13.700 Photovoltaik-Anlagen verteilten, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht „Innovative Energietechnologien in Österreich: Marktentwicklung 2019. Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen und Windkraft“ des Energieministeriums in Wien hervorgeht. Nach Angaben von Photovoltaic (PV) Austria ist dies der zweithöchste Zubau aller Zeiten. Nur 2013 lag sie bislang über der Marke von 250 Megawatt. Bis Ende 2019 waren damit in dem Land rund 1,7 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert. Der Solarstrom deckte knapp drei Prozent des gesamten Strombedarfs.

Nur 2013 lag der Photovoltaik-Zubau noch höher.

Grafik aus Bericht "Innovative Energietechnologien in Österreich: Marktentwicklung 2019
Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpen und Windkraft"

Der österreichische Photovoltaik-Verband zeigte sich über das Zubauplus erfreut, wies jedoch gleichzeitig daraufhin, dass das derzeitige Tempo nicht ausreiche, um bis 2030 die erforderlichen 11 Gigawatt zu installieren. Diese sind PV Austria zufolge notwendig, um das Ziel einer 100-prozentigen Stromversorgung aus erneuerbaren Energien in der Alpenrepublik bis zum Ende dieses Jahrzehnts zu erreichen.

Die Auswertung der Daten zeigt, dass der Anteil der Freiflächenanlagen am Zubau binnen Jahresfrist von drei auf sieben Prozent gestiegen ist. Auch gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlagen legten von einem auf 3,4 Prozent zu. Das Potenzial aller vorhandenen Flächen müsse aber noch umfassender genutzt werden, forderte der Verband. Nach dem vorgelegten Bericht blieben der durchschnittliche Systempreis für eine netzgekoppelte Photovoltaik-Anlage mit 5 Kilowatt Leistung mit 1568 Euro pro installiertem Kilowattpeak nahezu unverändert.

In fast allen Bundesländern gab es dem Bericht zufolge ein deutliches Ausbauplus. In Salzburg, der Steiermark und Tirol sei allerdings eine Stagnation oder sogar ein Rückgang gegenüber 2018 zu verzeichnen gewesen, was PV Austria als „sehr verwunderlich“ einstuft. „Der Handlungsauftrag geht ganz klar an die Politik auf Landesebene, denn wichtige Instrumente zur Erreichung der politischen, von allen Parteien mitgetragenen, Ziele zur heimischen, erneuerbaren Stromproduktion liegen in den Händen der Bundesländer und der Gemeinden“, erklärt Herbert Paierl, Vorstandschef von PV Austria.

Weiteres Wachstum 2020 erwartet

Mit Blick auf das laufende Jahr erwartet PV Austria „ein neuerliches und deutlicheres Zubauplus“. Dies liege zum einen an den zusätzlichen Fördermitteln, die durch das Ende vergangenen Jahres noch verabschiedete Photovoltaik-Notpaket beschlossen wurden. Auch das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz könnte für einen beschleunigten Ausbau sorgen. PV Austria erwartet in Kürze die Veröffentlichung des ersten Entwurfs und hofft auf „maßgeblich überarbeitete Rahmenbedingungen für die Photovoltaik“. „Wir sind zuversichtlich, dass unsere zahlreichen, intensiven Gespräche mit dem Ministerium Früchte tragen und hinderliche Regelungen abgebaut werden, Punkte wie Anlagendiversifizierung und ein vereinfachter Netzanschluss oder die praxisorientierte Umsetzung von Energiegemeinschaften sowie allen voran verlässliche und kontinuierliche Förderstrukturen enthalten sein werden“, so Paierl. Das Ziel ist aus seiner Sicht auch ganz klar: „Spätestens ab 2025 muss jährlich 1.000 MW, und damit 4-mal so viel PV-Leistung wie jetzt, installiert werden.“