Nach einer Reihe von Übernahmen hat das US-Start-up seine Übernahmen von Northvolt weiter vorangetrieben. Es hat die schwedischen und deutschen Vermögenswerte des insolventen Unternehmens gekauft, was eine bedeutende Veränderung in der europäischen Batterielandschaft darstellt.
Das schwedische Unternehmen will das US-Recht zur Restrukturierung seiner Finanzen nutzen. Die in Schleswig-Holstein geplante Fabrik für Batteriezellen ist den Angaben zufolge nicht betroffen. Unternehmensgründer Peter Carlsson gibt seinen Vorstandsposten auf.
Die RWTH Aachen hat sich den Batterie-Standort Europa genau angeschaut und einen Atlas zu Produktionskapazitäten von Zellen, Modulen und Systemen und Produktionsmaschinen geschaffen. Der Atlas zeigt, dass auf dem Kontinent dutzende Projekte entstehen, zahlreiche davon von europäischen Firmen.
Der schwedische Batteriehersteller will 2026 mit der Zellfertigung in Heide starten. Insgesamt 3.000 Arbeitsplätze sollen entstehen. Ende 2023 kam es zu zwei tödlichen Unfällen in einem schwedischen Northvolt-Werk.
Mit dem Erlös aus einer Wandelanleihe will das Unternehmen den Bau neuer Fabriken für Batteriezellen in Europa vorantreiben. Im Hamburg hat Northvolt derweil zusammen mit EMR eine Recyclinganlage für Traktionsbatterien gebaut und in Betrieb genommen.
Northvolts Muttergesellschaft Vargas hat mit Aira ein neues Unternehmen gegründet, das Wärmepumpen über ein Mietmodell vertreiben will. Das Unternehmen ist gerade in Italien in der Pilotphase und will noch 2023 nach Deutschland und Großbritannien expandieren.
In Europa können sich dem Institut zufolge die Produktionskapazitäten bis 2030 auf bis zu 1,5 Terawattstunden verzehnfachen. Mit knapp 400 Gigawattstunden könnte der größte Anteil aus neuen Produktionsstätten in Deutschland stammen.
Das schwedische Unternehmen will das Kapital in die Erweiterung seiner Produktion von Batteriezellen und Kathodenmaterialien in Europa investieren. Die Summe ist der Erlös aus einer Wandelanleihe.
Ende 2025 sollen die ersten Lithium-Ionen-Batterien in Heide produziert werden. Die Fabrik soll eine Jahreskapazität von 60 Gigawattstunden haben und 3000 Arbeitsplätze schaffen. Die Bundesregierung will das Projekt über das IPCEI-Programm finanziell unterstützen.
Die neue Produktionsstätte mit einer Kapazität von bis zu 50 Gigawattstunden soll voraussichtlich 2025 den Betrieb aufnehmen und es sind 3000 neue Arbeitsplätze geplant. Das Batteriewerk ergänzt das geplante Forschungs- und Entwicklungszentrum der Partner.