Bis zum Jahresende will der Schweizer Photovoltaik-Hersteller von Heterojunction-Solarmodulen eine finale Standortentscheidung treffen. Bis Ende 2022 soll dann die Nominalkapazität erreicht und perspektivisch die Produktion in den Gigawatt-Maßstab ausgebaut werden.
Die Corona-Pandemie verzögerte die Inbetriebnahme der neuen Linie im schweizerischen Thun um mehrere Monate. Nun ist der Ausbau jedoch abgeschlossen, was die Kapazität und Flexibilität des Unternehmens um ein Vielfaches erhöht.
In Folge der strategischen Neuausrichtung ist der Umsatz im ersten Halbjahr 2021 massiv eingebrochen. Das Schweizer Unternehmen hat im Juli die ersten Photovoltaik-Module ausgeliefert. Die volle Produktionskapazität wird allerdings erst etwas später erreicht als geplant.
Der Schweizer Photovoltaik-Hersteller hat sich mit den Materialien für seine Zell- und Modulproduktion in Deutschland abgesichert. Einige Kunden müssen sich dennoch gedulden, da nur verzögert gelieferte Standardkomponenten den planmäßigen Hochlauf der Produktionen verlangsamt haben.
Das Schweizer Photovoltaik-Unternehmen hält die Vorwürfe, die Aktionäre bei der Privatplatzierung neuer Aktien und einer Wandelanleihe benachteiligt, zurück. Auch die Erhöhung seines Anteils an Oxford PV sei korrekt gemeldet worden.
Die Ankündigung von Oxford PV, die „exklusive Kooperation“ mit Meyer Burger nach der Einrichtung der deutschen 100-Megawatt-Fabrik zu beenden, deutet auf eine mögliche Divergenz der Strategien hin. Da Meyer Burger rechtliche Schritte in Erwägung zieht, könnte dies zu einer chaotischen, störenden Trennung führen.
Der Schweizer Konzern hat dafür die Lösung eines deutschen Ingenieurdienstleisters erworben. Ziel ist es, integrierte Photovoltaik-Dachsysteme aus ihrer Nische zu holen.
Noch fehlen Maschinen zur Fertigung der Perowskit-Tandemsolarzellen bei dem Photovoltaik-Hersteller im Werk in Brandenburg an der Havel. Dennoch kündigte Oxford PV überraschend die Kooperation mit dem Turnkey-Maschinenlieferanten Meyer Burger auf. Der Schweizer Technologiekonzern, der mittlerweile selbst Heterojunction-Solarzellen und -Solarmodule in Deutschland produziert, prüft rechtliche Schritte.
Die Module des Schweizer Photovoltaik-Herstellers sind nach den Normen IEC 61215 und IEC 61730 geprüft worden. Der VDE attestiert den Produkten von Meyer Burger eine deutlich geringere Degradation als Standard-Solarmodulen.
Die deutschen Werke des Schweizer Photovoltaik-Herstellers produzieren bereits. Mit der Ausgabe neuer Aktien sowie einer grünen Wandelanleihe generiert Meyer Burger nun zusätzliches Kapital, um schneller den weiteren Ausbau seiner Solarmodul- und Zell-Produktionskapazitäten angehen zu können.