Joint Forces for Solar und EuPD Research befragen fortlaufend Akteure der Photovoltaik- und Speicherbranche weltweit. Zweiwöchentlich sollen die Auswertungen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Märkte skizzieren.
Der Grund dafür sind aber nicht die Eindämmungsmaßnahmen der Corona-Pandemie, sondern das politische Versagen, wie eine Umfrage der Marktforscher ergab. Die noch immer ausgebliebene Beseitigung des 52-Gigawatt-Deckels für die Photovoltaik aus dem EEG wirkt sich viel stärker auf die potenziellen Investoren in Industrie und Gewerbe aus.
Einer repräsentativen Umfrage von EuPD Research zufolge rechnet nur jeder zweite Bundesbürger damit, dass der Kohleausstieg einen positiven Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leistet. Insgesamt 85 Prozent der Befragten erwarten, dass die Strompreise in der Folge steigen werden.
Angesichts sinkender Investitionskosten und steigender Flexibilisierungsoptionen wird der Betrieb von Speichersystemen auch für Gewerbe- und Industrieunternehmen zunehmend attraktiver. Sie können die Speicher für die Energiekostenoptimierung, Eigenverbrauchslösungen sowie Netzdienstleistungen nutzen.
Interview: Noch besteht eine gewisse Unsicherheit, denn sollte der 52 Gigawatt-Deckel bestehen bleiben, dann würde sich das massiv auf die Neuinstallationen in Deutschland im nächsten Jahr auswirken. Bei den Modulpreisen rechnet EuPD Research für das erste Halbjahr 2020 mit weiteren Reduktionen und im zweiten Halbjahr dann mit einer Stabilisierung, obwohl dies auch maßgeblich von der Entwicklung des chinesischen Photovoltaik-Marktes abhängig sein wird, wie Geschäftsführer Martin Ammon im Interview mit pv magazine erklärt.
Die aktuelle Studie der Bonner Marktforscher, die in Kooperation mit dem BSW-Solar und der The Smarter E erstellt wurde, zeigt enorme Potenziale gerade in den Bereichen Planung, Installation, Betrieb und Wartung von Photovoltaik-Anlagen auf. Allerdings müssten zunächst die Marktbarrieren im EEG beseitigt werden.
Neben dem normalen Stromverbrauch im Haushalt sollen die Photovoltaik-Anlagen auch den Energiebedarf des Elektroautos und der Wärmepumpe decken. Das zeigt der aktuelle Endkundenmonitor von EuPD Research.
Der deutsche Markt für Photovoltaik-Heimspeicher wuchs im ersten Halbjahr 2019 um ein Drittel. Für das laufende Jahr rechnet EuPD Research mit 60.500 neu installierten Batteriespeichern. Marktführer ist Sonnen, dahinter folgt die asiatische Konkurrenz von BYD und LG Chem.
Nach Erhebungen der Bonner Marktforscher ist Elektromobilität bereits jetzt ein wichtiger Treiber für den Photovoltaik-Zubau im Ein- und Zweifamilienhaus-Segment. Mit weiter steigenden Strompreisen könnte der Photovoltaik-Eigenverbrauch zum Laden der Elektrofahrzeuge noch attraktiver werden.
EuPD Research hat durchgerechnet, was getan werden muss, um die Atom- und Kohlekraftwerke zu ersetzen, die sukzessive in den nächsten Jahren vom Netz gehen. Ein beschleunigter Photovoltaik-Ausbau erscheint kurzfristig das Mittel zur Wahl. Doch gleichzeitig muss die Zahl der Kurzfristspeicher bis 2040 verdreißigfacht werden, damit die Photovoltaik zur tragenden Säule der Energieversorgung bis 2040 werden kann.