Die Netzintegration und Speicherung der Photovoltaik standen im Mittelpunkt der Fachmesse in München. Außerdem zeigte sich deutlich, dass die Solarbranche in einer Konsolidierungsphase steckt.
Bundesumweltministerium sowie die mitteldeutschen Länder sollen sich darauf verständigt haben, wieder eine eigene Anlagenklasse für Photovoltaik-Systeme zwischen zehn und 40 Kilowatt zu schaffen. Auch sind zusätzliche Forschungsgelder für die Photovoltaik im Gespräch.
Centrosolar-Chef Alexander Kirsch zufolge ist die Misere vieler Photovoltaik-Unternehmen hausgemacht. Aber auch die Politik habe mit ihren Förderkürzungen einen Fehler gemacht. Und die Konkurrenz aus Asien produziere nicht so billig, wie es den Anschein habe.
Nach der ergebnislos verlaufenen Sitzung des Vermittlungsausschusses am Mittwoch verhandelt jetzt eine Arbeitsgruppe die Zukunft der Photovoltaik-Förderung. Bei der nächsten Sitzung am 27. Juni soll ein Kompromiss erreicht werden.
Einen „organischen, beherrschbaren und bezahlbaren Ausbau“ der Photovoltaik in Deutschland strebt Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) an. Das schreibt er in einem Gastbeitrag in der Financial Times Deutschland. Die aktuelle Entwicklung sei „in dieser Geschwindigkeit weder nachhaltig noch bezahlbar“.
Die Bundesnetzagentur hat am Donnerstag neue Zubauzahlen veröffentlicht. Demnach wurden im April in Deutschland knapp 359 Megawatt Photovoltaik installiert.
Die weltweiten Investitionen in erneuerbare Energien sind 2011 auf über 257 Milliarden US-Dollar gestiegen – ein neuer Rekordwert. Das zeigen aktuelle Berichte von UNEP und REN21. Allein in den Photovoltaik- und Solarthermiebereich flossen 147 Milliarden US-Dollar.
Photovoltaik-Anlagenbauer Centrotherm kämpft um seine Liquidität: Warenkreditversicherer wollen für Lieferungen an den Solarkonzern nicht länger Deckung gewähren.
Regierung und Opposition konnten sich im Vermittlungsausschuss nicht über die zukünftige Gestaltung der Photovoltaik-Förderung einigen. Bis zum nächsten Treffen des Gremiums am 27. Juni soll eine informelle Arbeitsgruppe das Thema weiter beraten.
Etwas weniger Besucher und Aussteller als im Vorjahr werden in diesem Jahr auf der führenden Solarmesse in Europa ihre Lösungen und Dienstleistungen rund um die Photovoltaik und Solarthermie präsentieren.