Die von der EU-Kommission vorgeschlagene Abschaffung des Einspeisevorrangs für Erneuerbare treibt Photovoltaik-, Energie- und Umweltverbände auf die Barrikaden. Selbst der deutsche Bundeswirtschaftsminister sieht in dem Winterpaket der EU-Kommission noch keinen ganz großen Wurf.
Brüssel will saubere Energie für alle Europäer. Obwohl die EU-Kommission eine Vorreiterrolle bei der Energiewende will, plant sie zugleich die Abschaffung des Einspeisevorrangs für Photovoltaik, Windkraft und Biomasse. Der Strommarkt soll so umgestaltet werden, dass Erneuerbaren-Betreiber dort einen Großteil ihrer Erlöse einfahren könnten.
Allmählich scheint auch in Deutschland der Preisverfall bei Solarmodulen anzukommen. Erstmals in diesem Jahr sind bei kleineren Photovoltaik-Anlagen in einem Monat mehr als 100 Megawatt bei der Bundesnetzagentur gemeldet worden. Die Realisierung der Freiflächenanlagen aus den Ausschreibungen war im Oktober dagegen quasi nicht vorhanden.
Der Verband hat seine aktuelle Strompreisanalyse vorgelegt: Dabei zeigt sich, dass in diesem Jahr der Strompreis für die privaten Haushalte mit 28,80 Cent pro Kilowattstunde zwar leicht über dem Vorjahresniveau lag, aber unter dem Rekordniveau von 2014. Der BDEW nutzte die Veröffentlichung gleich wieder für seine EEG-Kritik.
Die Parteien präparieren sich für den Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr. Nach einem Medienbericht gibt es Vorschläge in der Union, die Förderung von Photovoltaik, Windkraft und Biomasse möglichst schnell komplett zu beenden.
Der Photovoltaik-Verband Solarpower Europe fordert die EU-Kommission auf, die besonderen Anforderungen von Photovoltaik-Batteriespeicher-Kombinationen im anstehenden Winterpaket zu berücksichtigen. Dafür hat der Verband zehn Rahmenbedingungen formuliert, die für die Entwicklung dieser Technologie besonders wichtig sind.
Die Ergebnisse der ersten gemeinsamen Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Deutschland und Dänemark basieren auf überstürzten und unausgegorenen Ansätzen. Der Wettbewerb wird von den Verbänden als verzerrt eingestuft, zeigt aber zugleich, wie viel Kostensenkungspotenzial noch vorhanden ist, wenn Ackerflächen wieder zugelassen würden.
Der Preis liegt damit nochmal rund zwei Cent pro Kilowattstunde unter den nationalen Photovoltaik-Ausschreibungen. Insgesamt fünf Gebote mit 50 Megawatt Leistung – allesamt aus Dänemark – haben einen Zuschlag von der Bundesnetzagentur erhalten.
In der Nacht zu Donnerstag hat eine mutmaßliche Diebesbande einem Medienbericht zufolge rund 100 Solarmodule aus einem Solarpark entwendet. Später sind die Tatverdächtigen auf der Autobahn gestellt und festgenommen worden.
Der aktuelle Energiewende-Bericht der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) macht auf mehr als 200 Seiten einen einfachen Vergleich zwischen den einzelnen Bundesländern möglich.