Preisverfall zeigt langsam Wirkung – Photovoltaik-Zubau im Oktober über 100 Megawatt

Die Bundesnetzagentur hat am Mittwoch für Oktober einen Photovoltaik-Zubau von 108,822 Megawatt in Deutschland veröffentlicht. Damit lag er ganz leicht über dem Niveau von September, aber noch unter dem diesjährigen Rekordmonat Juni mit knapp 120 Megawatt. Erstmals in diesem Jahr überstieg allerdings die Gesamtleistung der kleineren Photovoltaik-Anlagen die 100-Megawatt-Marke. Insgesamt verzeichnete die Bundesnetzagentur in dieser Kategorie im Oktober 4595 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 102,875 Megawatt.

Die Analyse zeigt jedoch, dass nicht alle diese Photovoltaik-Anlagen wirklich in diesem Monat in Betrieb genommen wurden. Dies waren tatsächlich 3062 Photovoltaik-Anlagen mit 61,616 Megawatt. In der Liste der Bundesnetzagentur sind viele Nachmeldungen aus dem September enthalten – immerhin 873 Photovoltaik-Anlagen mit 31,526 Megawatt. Damit scheint der im zweiten Halbjahr eingesetzte Preisverfall bei Solarmodulen nun auch erste Wirkungen in dem kleineren Anlagensegment zu entfalten. Infolge der Kürzungen der Solarförderung in China zur Jahresmitte brach die dortige Nachfrage ein. Angesichts der massiven Überkapazitäten der chinesischen Photovoltaik-Hersteller brach in der Folge der Preis für Solarmodule massiv ein. Der Rückgang liegt bei etwa 20 Prozent seither.

Bei den Photovoltaik-Freiflächenanlagen tat sich im Oktober dagegen herzlich wenig. Nach dem von der Bundesnetzagentur aktualisierten Anlagenregister gab es lediglich zwei neue Solarparks mit 5,947 Megawatt Gesamtleistung. Eine der beiden Freiflächenanlagen mit knapp fünf Megawatt Leistung ist dabei tatsächlich bereits im September in Betrieb genommen worden. Die Gewinner der ersten Ausschreibungsrunde vom April 2015 haben bis Ende November Zeit ihre Freiflächenanlagen zu realisieren, wenn sie die Vergütung ohne Abschlag erhalten wollen. Danach wird der Zuschlagswert um 0,3 Cent pro Kilowattstunde gesenkt – allerdings bleibt ihnen dann immer noch ein halbes Jahr um die Anlage zu realisieren.

Im Dezember bleibt die Photovoltaik-Einspeisevergütung weiterhin stabil. Die Solarförderung für Photovoltaik-Anlagen beträgt damit weiterhin je nach Größe und Art der Anlagen zwischen 8,53 und 12,31 Cent pro Kilowattstunde. Bei der Direktvermarktung liegen die Tarife weiter zwischen 8,91 und 12,70 Cent pro Kilowattstunde. Die Vergütung ist seit September 2015 nicht mehr gesunken.

Im kommenden Jahr könnte die Solarförderung dann sogar angehoben werden. Mit dem EEG 2017 wird ein neuer Degressionsmechanismus für die Photovoltaik-Einspeisetarife eingeführt. Bis Ende Oktober sind in diesem Jahr nach den Zahlen der Bundesnetzagentur Photovoltaik-Anlagen mit rund 900 Megawatt neu gemeldet worden. Mit dem neuen Gesetz ist vorgesehen, dass es eine quartalsweise Erhöhung um 1,5 Prozent der Solarförderung gibt, wenn der auf ein Jahr hochgerechnete Zubau unter 1.700 Megawatt liegt. Beträgt dieser Wert weniger als 1.300 Megawatt, dann ist eine einmalige Erhöhung der Sätze um drei Prozent im EEG 2017 vorgesehen. Als Grundlage dafür wird der Zubau der zurückliegenden sechs Monate auf ein Jahr hochgerechnet – nicht wie bislang die gemeldeten Zahlen der letzten zwölf Monate. Wann genau die Neuregelung greift, ist noch nicht ganz klar. Zunächst muss der Bundestag noch das Änderungsgesetz zum EEG 2017 beschließen. Dies sollte bis zum Jahresende der Fall sein. Die neue Höhe der Einspeisetarife für Januar wird die Bundesnetzagentur mit der nächsten Veröffentlichung der Zubauzahlen Ende Dezember bekanntgeben. (Sandra Enkhardt)

Mehr zum Thema Preisverfall, Marktentwicklung und möglichen steigenden Vergütungen können Sie in der aktuellen Ausgabe des pv magazine Deutschland lesen.

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