EEG-Novelle, Netzpaket, Kraftwerksstrategie – mit diesen Gesetzen will die Bundesregierung den energiepolitischen Kurs neu ausrichten. Dabei ist die Koalition jetzt einen großen Schritt vorangekommen: Union und SPD haben sich auf die Grundzüge der neuen Gesetze geeinigt. Darüber hat das Handelsblatt als erstes berichtet.
Gegenüber den im vergangenen Winter bekannt gewordenen Referentenentwürfen aus dem Bundeswirtschaftsministerium sind die Fassungen laut einer ersten Analyse des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) kaum verändert. Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte zuvor noch harsche Kritik an den Plänen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geübt. Auch die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Nina Scheer hat sich wiederholt gegen die Gesetzesentwürfe ausgesprochen. Sie stehen nicht im Einklang mit dem Koalitionsvertrag, so Scheer.
In der nun folgenden Ressortabstimmung könnten die Gesetze im Detail aber noch überarbeitet werden, ebenso im parlamentarischen Verfahren im Bundestag. Gerade bei Netzpaket und EEG-Novelle gebe es noch offene Fragen, hat das Handelsblatt aus Koalitionskreisen erfahren.
EEG-Novelle: Differenzverträge und Direktvermarktung
Die Novellierung des EEG zielt darauf, die Kosten der Photovoltaik-Förderung zu reduzieren. So soll unter anderem die Einspeisevergütung für kleine, neu installierte Dachanlagen komplett gestrichen werden. Stattdessen erhalten die Betreiber nur noch den Marktwert abzüglich der Vermarktungskosten. Für Neuanlagen ab 25 Kilowatt (bislang 100 Kilowatt) soll die Direktvermarktung verpflichtend werden.
Für Anlagen ab 100 Kilowatt Leistung sollen künftig zweiseitige Differenzverträge (CfD) gelten. Dabei gilt: Liegt der Marktpreis über dem Gebotswert, muss der Betreiber die Mehrerlöse zurückzahlen.
Netzpaket: Keine Entschädigung bei Abregelung in vielen Netzgebieten
Mit dem Netzpaket will die Bundesregierung den Erneuerbare- und den Netzausbau synchronisieren. Dazu sollen die Netzbetreiber Netzgebiete, in denen im Vorjahr mehr als drei Prozent der Strommenge nicht eingespeist werden konnten, als „kapazitätslimitiert“ ausweisen dürfen. Wer in einem solchen Gebiet eine neue Anlage anschließen will, muss bei Abregelungen auf eine Entschädigung verzichten („Redispatch-Vorbehalt“).
Darüber hinaus sollen Netzbetreiber das Recht bekommen, beim Bau von Erneuerbare-Anlagen Baukostenzuschüsse für das Netz erheben zu können. Zudem ist vorgesehen, die Netzanschlussverfahren zu digitalisieren und zu standardisieren.
Kraftwerksstrategie: Fokus auf Gaskraftwerke
Mit dem „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz“ (StromVKG) will die Bundesregierung sicherstellen, dass künftig ausreichend gesicherte Leistung zur Verfügung steht, die einspringen kann, wenn Photovoltaik- und Windenergieanlagen über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend Strom erzeugen. Dies soll über Ausschreibungen geschehen.
Der Gesetzesentwurf sieht vor, zum 1. September 2026 und zum 8. Dezember 2026 den Neubau von Erzeugungsanlagen mit jeweils insgesamt 4,5 Gigawatt auszuschreiben. Teilnehmen dürfen nur Anlagen, die mindestens zehn Stunden lang ohne Unterbrechung mit konstanter Leistung Strom liefern können. Zudem müssen sie in der Lage sein, nach Ende dieser Zeitspanne nach einer Stunde erneut mindestens zehn Stunden lang zur Verfügung stehen. Diese Kriterien erfüllen nur Gaskraftwerke. Weitere zwei Gigawatt sollen zum 18. Mai 2027 ausgeschrieben werden. Hier könnten auch Batteriespeicher teilnehmen.
Erneuerbare-Verbände sehen Energiewende bedroht
Der BEE begrüßt, dass nun Bewegung in die zentralen energiepolitischen Vorhaben kommt – kritisiert aber, dass es keine substanziellen Änderungen gegenüber den Referentenentwürfen gegeben hat. „Die zahlreichen konstruktiven Hinweise aus Verbänden, Wirtschaft und Öffentlichkeit seit den ersten Entwürfen haben sich bisher nur unzureichend in den vorliegenden Fassungen niedergeschlagen“, sagt BEE-Präsidentin Ursula Heinen.
So sei zum Beispiel nach wie vor der Redispatch-Vorbehalt in den Entwürfen enthalten, obwohl zahlreiche Experten aus Wissenschaft und Praxis auf die verheerenden Auswirkungen einer solchen Regelung für Investitionen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien hingewiesen hätten. „Wir setzen auf intensive und ergebnisoffene Beratungen im Ressortkreis“, sagt Heinen. Die Ressortabstimmung dürfe dabei nicht nur Einzelregelungen prüfen, sondern muss die Entwürfe auch systematisch aufeinander abstimmen. „Was es jetzt braucht, ist ein konsistentes, ganzheitliches energiepolitisches Leitbild“, so die BEE-Präsidentin.
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht im Netzpaket einen faktischen Ausbaustopp für die Photovoltaik in weiten Teilen Süd-, Nord- und Ostdeutschlands. „Große Teile Deutschlands drohen zu Sperrzonen der Energiewende zu werden“, warnt Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Kern der Kritik ist der Redispatch-Vorbehalt. Körnig: „Unter diesen Bedingungen wären Planung, Finanzierung und wirtschaftlicher Betrieb neuer Solarprojekte in weiten Teilen Deutschlands kaum noch möglich. Zu Beginn einer Projektplanung wäre nicht mehr absehbar, wo und in welchem Umfang Anlagen künftig abgeregelt werden.“
Stadtwerke klagen über Benachteiligungen bei Kraftwerksstrategie
Der Stadtwerke-Verband VKU sieht im Entwurf zur Kraftwerksstrategie die Gefahr von künstlichen Teilnahmebarrieren für kleinere und kommunale Projekte. „Statt kleinteiliger Detailregulierungen und Vorgaben brauchen wir mehr Offenheit für mehr Wettbewerb in den Ausschreibungen“, sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Als Beispiel nennt er den Ausschluss bestehender Gaskraftwerksstandorte und die Nichtberücksichtigung von Gasmotoren. Beides würde dezentrale Anlagenkonzepte und damit auch kommunale Projekte massiv diskriminieren. „Im Gegenteil ist Vielfalt in den Ausschreibungen unerlässlich, denn der Markt für Versorgungssicherheit wird immer stärker von wenigen großen Akteuren beherrscht“, erklärt Liebing.
Beim bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) findet das StromVKG große Zustimmung. „Ich begrüße, dass der Bund neue Gaskraftwerke bauen will und noch 2026 die Ausschreibungen erfolgen. Wir brauchen diese Kraftwerke dringend für die Sicherheit der Energieversorgung“, sagt Aiwanger. Ministerin Reiche liege richtig, wenn sie dabei auf schnell regelbare Gaskraftwerke setzt und nicht nur auf Speicher. Diese seien künftig aber zusätzlich auch nötig. „Gaskraftwerke können bei Dunkelflauten über 10 Stunden und sogar über Tage hinweg Strom liefern, Batterien sind eher bei kürzeren Dunkelflauten sinnvoll, mehrere Tage werden schwierig und teuer“, so der Minister.
bne fordert Technologieoffenheit
Der Entwurf des Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz steht im Widerspruch zu den Wahlversprechen der Regierungsparteien, kritisiert der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne): Statt Technologieoffenheit und marktwirtschaftlicher Lösungen setz er auf detaillierte Vorgaben und Eingriffe in den Wettbewerb. Die ersten neun Gigawatt würden faktisch technologiespezifisch ausgeschrieben. Zentrale Kriterien, etwa das Zehn-Stunden-Kriterium und das Verbot von Kleinanlagenpooling, engen den Lösungsraum erheblich ein, so der bne. Hinzu kommt die sachfremde Verknüpfung mit industriepolitischen Vorgaben wie einer europäischen Komponentenquote von mindestens 50 Prozent. In der Kombination entsteht ein Rahmen, in dem faktisch nur Gaskraftwerke zum Zuge kommen können.
Dazu komme, dass neben der Technologie indirekt auch der Kreis der möglichen Anbieter begrenzt wird. Der Ausschluss bestehender Gaskraftwerksstandorte sowie zusätzliche regionale Vorgaben genannt „Süd-Bonus“ greifen tief in die Standort- und Investitionsentscheidungen ein und bevorzugen ausgewählte Bieter, kritisiert der Verband unisono mit dem VKU.
Die Ministeriumspläne für Subventionen von Gaskraftwerken treiben die Stromkosten weiter nach oben, ist Bastian Gierull, CEO des Versorgers Octopus Energy, überzeugt. „Denn finanziert werden sie durch eine neue Umlage auf den Strompreis, deren Höhe bisher unklar ist.“ Gleichzeitig benachteiligten die geplanten Ausschreibungen Speicher und Nachfrageflexibilität. „Statt einseitig Gaskraftwerke zu fördern, sollte der Markt entscheiden, welche Technologien Versorgungssicherheit am effizientesten gewährleisten“, fordert Gierull.
„Rückschlag für die Erneuerbaren“
„Die Bundesregierung legt hier einen Gesetzentwurf vor, der weder politisch noch handwerklich überzeugt“, urteilt dagegen Katrin Uhlig, Bundestagsabgeordnete der Grünen, über das StromVKG. Ausgerechnet die zentrale Frage der Finanzierung werde nicht abschließend im Gesetz geregelt, sondern auf später verschoben. Damit bleibe völlig offen, welche Belastungen auf die Stromkunden zukommen. „Das schafft weitere Unsicherheit in einer ohnehin schon herausfordernden Lage.“
Im Entwurf zur EEG-Novelle sieht Uhlig einen „Rückschlag für die Erneuerbaren“. Ministerin Reiche setze ihre Sabotagepolitik fort und halte an ihren Plänen fest, die Beteiligung der Bürger an der Energiewende zu erschweren. „Jetzt stehen die SPD und Lars Klingbeil in der Verantwortung, Wort zu halten und dem Kurs von Katherina Reiche klar entgegenzusteuern. Andernfalls wird einmal mehr deutlich, dass sich die SPD in dieser Koalition nicht durchsetzen kann“, sagt Uhlig.
„Absurde Energiepolitik inmitten der Energiekrise“
Julius Neu, Experte für Energie- und Klimapolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), wirft Ministerin Reiche vor, inmitten der Energiekrise eine absurde Energiepolitik zu verfolgen. „Einerseits sollen der Ausbau von sauberen und günstigen erneuerbaren Energien abgewürgt und andererseits Milliarden Subventionen in teure und klimaschädliche Gaskraftwerke gesteckt werden“, kritisiert Neu. „Damit plant Reiche zwei ‚Teurer-Strom-Gesetze‘ ausgerechnet in Zeiten, in denen Elektrifizierung den Weg aus der Krise weisen muss.“
Der Redispatch-Vorbehalt bedeute faktisch das Aus für viele neue Wind- und Solarparks. „Damit wird das Ausbautempo der Erneuerbaren an den zu langsamen Netzausbau gekoppelt statt umgekehrt, obwohl diese nachweislich den Strompreis senken“, so der BUND-Experte. Bei der Kraftwerksstrategie bemängelt er, dass die Kriterien für die geplanten Kapazitätsausschreibungen so unfair gesetzt werden, dass Batteriespeicher keine Chance haben und fast ausschließlich Gaskraftwerke zum Zuge kommen – „wie von EnBW und RWE gewünscht“, so Neu.
Studie: Investitionen für 32 Gigawatt Leistung gefährdet
„Viele europäische Länder ziehen aus der Energiekrise die Konsequenz, die schmerzhafte Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern“, kommentiert Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei Green Planet Energy. „Deutschland schlägt den entgegengesetzten Weg ein. Die Bundesregierung erschwert den Ausbau der Erneuerbaren und setzt inmitten einer fossilen Krise auf mehr fossile Technologien.“
Auf dem Papier bleibt es zwar bei den Ausbauzielen für Erneuerbare Energien, sagt Dähling. In der Praxis würden sie jedoch durch Netzrestriktionen und neue Hürden systematisch ausgebremst. Besonders gravierend seien die geplanten Einschränkungen für die Einspeisung von Wind- und Solarstrom. „Mit den neuen Regeln werden bereits geplante Erneuerbaren‑Projekte wirtschaftlich unkalkulierbar und Investitionen von rund 32 Gigawatt Leistung und rund 45 Milliarden Euro aufs Spiel gesetzt, wie unsere Studie mit Enervis deutlich macht“, sagt die Expertin von Green Planet Energy. Besonders bedroht wären Projekte in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Bayern.
„Die Branche hat lange auf die energiepolitischen Vorschläge des Bundeswirtschaftsministeriums gewartet, es gab und gibt große Unsicherheit bei vielen Unternehmen“, sagt Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender der naturstrom AG. „Nachdem nun Entwürfe zu zentralen Gesetzen bekannt geworden sind, muss ich leider sagen: Lieber noch länger warten als diese Vorschläge umsetzen. Wenn die vorgelegten Dokumente so beschlossen werden, würde das neue Hemmnisse für die Energiewende bedeuten statt der notwendigen Beschleunigung!“
Für besonders problematisch hält Hummel den Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket, der trotz massiver Vorab-Kritik unverändert Eingang gefunden hat in den Referentenentwurf. „Dieser Regelungsvorschlag würde weite Teile des Landes für den weiteren Erneuerbaren-Ausbau quasi sperren, indem er Projektierer und Finanzierer vor unplanbare Risiken stellt.“
Anmerkung der Redaktion: Wir ergänzen den Text laufend um weitere Stellungnahmen.
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Also bleibt leider auch die SPD eine unwählbare Partei. Puh…es wird immer schwieriger eine demokratische und halbwegs tragbare Partei zu finden.
Aber die Partei muss sich nicht wundern über ihren drittklassigen Stand. Das Ergebnis entspricht auch ihren Leistungen. Ideenlose Mitläufer würde man sie umgangssprachlich wohl nennen.
Schlimm.
Richtig, die alte Mitte ist unwählbar. Wer grün denkt, kann Grün wählen, sonst wird’s blau-braun…
Und das Kalkül scheint zu sein: 14 GW PV-Ausschreibungen, aber der Bau wird verunmöglicht?
Sind schon Klagen eingereicht? Klimaschutz ist schließlich kein Nice-to-Have, sondern legal verpflichtend.
Das ist wirklich fast schon der absurdeste Teil dieses Desasters. Wir erhöhen die Ausschreibungsvolumina, verhindern aber den Bau.
Alternativ kann es natürlich sein, dass die Gebotsgrenze einfach auf, sagen wir mal, 10 Cent angehoben wird, und zukünftige Projekte dann eben die Dachvergütung für Freiflächenanlagen bekommen.
Die DUH hat die Regierung auf die Einhaltung der Klimaziele verklagt und gewonnen.
Am besten sie informieren sich dort, wie sie deren Arbeit unterstützen können um diesen Zukunftslaboreuren Steine in den Weg zu legen.
Und ich hätte doch letztens fast Nina Scheer geschrieben, dass ich ihre Standhaftigkeit großartig finde. Da wurde sie wohl von oben einfach überstimmt. Ich frage mich wirklich, welches Druckmittel Merz gegenüber Klingbeil hat. Er bekommt früher oder später alle CDU-Forderungen durch, egal wie Bürger-, Klima- und Demokratiefeindlich sie auch sind…
ZITAT aus dem Artikel:
Für besonders problematisch hält Hummel den Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket, der trotz massiver Vorab-Kritik unverändert Eingang gefunden hat in den Referentenentwurf. „Dieser Regelungsvorschlag würde weite Teile des Landes für den weiteren Erneuerbaren-Ausbau quasi sperren, indem er Projektierer und Finanzierer vor unplanbare Risiken stellt.“ Zitat Ende.
Wer meine Kommentare hier kennt weiß, dass ich öfter von dem „Faulen Ei“ geschrieben habe, das der Energiewende 2010 ins Nest gelegt wurde. Damals wurde den Erneuerbaren mit einem Referentenentwurf, der „Gesetzlich Vorrangige Verbrauch“ genommen, als sie zum separaten vermarkten an die Börse verbannt wurden. Sie werden seitdem quasi als Überschuss verramscht. Mit dem Redispatch Vorbehalt kommt jetzt das EEG seinen Gnadenstoß, in dem auch noch die „Vorrangige Einspeisung“ zunichte gemacht wird.
Und das geschieht alles unter dem Namen der Politik..
Einfach erschütternd, dass die SPD nach der Entkernung des GEG und der Aufweichung des Verbrennerverbots nun auch noch dem Frontalangriff auf die EE zustimmt.
Dass Merz intellektuell nicht fähig ist, das Ausmaß der Klimakatastrophe zu erfassen, habe ich verstanden. Dass Reiche nur durch die Gas-Lobby gesteuert ist, auch. Aber was treibt einen Klingbeil einen Umweltminister an, hier zuzustimmen? Was für Prinzipien haben solche Menschen, ausser reinem Machttrieb?
Was treibt Klingbeil, resp. die SPD gegen die EE zu agieren ?
Ganz einfach: Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (kurz IGBCE). Diese Gewerkschaft war und ist immer gut für die Großindustrie ihren Einfluß geltend zu machen. Es wird elegant über „Bande“ gespielt“.
In der Vergangeheit wurden die Gewerkschaftler gerne auf Firmenkosten mit Bussen nach Berlin gebracht, diesmal läuft es „ruhiger“.
Und die SPD hat andere „Lieblingsthemen“, da hilft es einerseits mit Fr. Scheer und dem Umweltministerium „links zu blinken“ und wenn’s dann reicht, doch rechts abzubiegen.
Hierin hat die SPD eine langjährige, bewährte Strategie !
Es bleibt dabei: Bürger, die die „Schöpfung bewahren wollen“, müßen selbst aktiv werden:
– Macht die Dächer voll
– Installiert als Mieter PV Steckeranlagen
– eAuto (oder Fahrrad) nutzen
und Wärmepumpe einbauen (lassen).
Machen, einfach machen !
Das Frau Reiche als Vertreterin der Gaswirtschaft die Energiewende in Deutschland massiv abwürgen will, war klar.
Wenn bis 2035 trotz Zunahme des Stromverbrauchs der Anteil der EE am Bruttostromverbrauch Deutschlands bereits bei 80-90 Prozent liegen wird, wie der von Frau Reiche in Auftrag gegebene Monitoringbericht ermittelt hat, braucht auch niemand mehr neue Gaskraftwerke.
Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten Gaskrise muss man sich doch aber auch ernsthaft fragen, woher das Gas für die neuen Gaskraftwerke kommen soll und zu welchem Preis wir es einkaufen wollen. Der Strom wird schlichtweg nicht konkurrenzfähig zu vermarkten sein, (ab)bezahlen müssen wir die neuen Kraftwerke über die in Rede stehende Umlage aber trotzdem.
Wenn die geplanten Gesetze so umgesetzt werden, können wir glücklich sein die 60% halten zu können. 80% sind utopisch, wenn der Ausbau mit diesen Gesetzen abgewürgt wird. Alternativ können sie natürlich auch zusätzlich noch die Sektorkopplung verlangsamen, dann brauchen wir deutlich weniger Stromerzeugung, um das 80% Erneuerbare Ziel einzuhalten.
Die Gaskraftwerke brauchen wir für die Stromsicherheit, weil die Kohlekraftwerke erst in die Netzreserve gehen und dann später komplett zurückgebaut werden. Wobei „Netzreserve“ hier sehr beschönigt ist. Die werden dort nur anlaufen, wenn die Stromversorgung akut bedroht ist, wir also Marktpreise von Hunderten von Euro / MWh haben, und weder die Kraftwerke am Markt noch das Ausland durch Import mehr bereitstellen können.
Wenn wir die Energiewende ordentlich weiter durchziehen, brauchen wir zwar die gesicherte Leistung der Gaskraftwerke, aber nicht mehr genau so viel Energie aus ihnen wie aktuell. Wenn wird die Haushalte und Industrie auf WP umstellen, und die EE Erzeugung mit den Akkuspeichern auf 90% des Stromverbrauchs hiefen, reicht die Gasversorgung aus Norwegen aus, um den Rest zu decken. Dann brauchen wir das dreckige Frackinggas aus den USA nicht mehr.
„[…] woher das Gas für die neuen Gaskraftwerke kommen soll […]“
So weit in die Zukunft braucht man da gar nicht schauen. Winter 2026/27 wird in punkto Gas bereits sehr interessant. Je nachdem, was nun die nächsten Wochen und Monate im nahen Osten passiert. Auswirkungen hat es so oder so bereits heute. Diese könnten sich bei langfristig instabiler Versorgungslage durch die Blockade der Transportrouten allerdings noch deutlich verschärfen. Und am Ende ist es dann nicht nur eine Frage des Preises, sondern sogar der blanken Verfügbarkeit. Denn auch z.B. asiatische Länder werden dann anfangen, den Markt zu jedem Preis leer zu kaufen, hauptsache Gas.
Mit etwas Glück schrammt die EU nochmal an einer größeren Notlage vorbei – El Niño sei Dank. Wenn es allerdings dumm läuft, dann wird es sehr sehr interessant. Und auch das dann quasi mit Ansage, z.B. durch die Rücknahme der Mindestspeichergrenzen durch – Trommelwirbel – Frau Reiche. Mit offenen Augen gegen die Wand und dabei voll auf’s Gaspedal treten – so heißt heute offebar die Devise!
Mag ja sein, dass „wir“ heute erstmal genug haben und man von keiner Notlage ausgeht. Die viel interessantere Frage ist jedoch, was im Rest der Welt passieren wird und was das mit den kleiner werdenden Verfügbarkeiten und den damit steigenden Preisen machen wird. Dieses Szenario wird mit jeder Woche Blockade ernster. Sollte ein schlimmes Szenario eintreten, wäre die Regierung hinüber und mit ihr die ganze Energiestrateige von Union und SPD.
kann mich euren Argumenten voll anschließen, aber bisher hat niemand die Arbeitsplätze erwähnt, die durch den zu erwartenden Einbruch bei der Photovoltaik wegfallen! Moderne Jobs von vielen Planern, Installateuren und Watrungstechnikern! Ein neues Drama wie schon unter Peter Altmeier.
Tangiert leider weder die CDU noch die SPD:
– SPD siehe oben: Großindustrie und IGBCE
– CDU – Fr. Reiche sichert ebenfalls die Pründe der fossilen Industrie, einschl. der „mittelständisch“ geprägten Tankstellenlobby.
Die B90/Grünen wären schon richtigen, aber die haben nichts zusagen, da das Klientel verbal von CDU/CSU/FDP vereinnahmt wird, aber nur mir Sprechblasen,
Nun wird die Kraft der alten Industrie und ihre verlängerten Arme in die Politik wieder offensichtlich. Man nennt das freundlich Lobbyarbeit oder unfreundlich Korruption.
Die Arbeit der Verbände BSW und Co. und ihrer Anhänger ist leider leider viel viel zu brav um es freundlich auszudrücken.
Und die Grünen haben hoffentlich ihre Lektion gelernt. Man hätte dem Finanzpaket im März 2025 niemals zustimmen dürfen.
Der Bürger bezahlt die Zeche …
Nun wird die Kraft der alten Industrie und ihre verlängerten Arme in die Politik wieder offensichtlich. Man nennt es freundlich Lobbyarbeit. Unfreundlich Korruption.
Die Arbeit der Verbände BSW und Co und ihrer Mitglieder ist da leider leider viel zu brav.
Und die Grünen haben hoffentlich ihre Lektion gelernt … dem Finanzpaket im März 2025 hätte man niemals zustimmen dürfen.
Der Bürger bezahlt die Zeche …
Zur Klarstellung: Es wurde eine Ressortabstimmung eingeleitet (!) – ohne (!) Einigung in der Sache. Auch Bundesumwelt- und Klimaminister Carsten Schneider (ohne seine Zustimmung wird es keinen Kabinettsbeschluss geben) hat bereits öffentlich erklärt, dass er erheblichen Verbesserungsbedarf hat; auch SPD-und SPD-fraktionsseitig haben wir ebenfalls klar und unmissverständlich Änderungsbedarf erklärt.
https://www.nina-scheer.de/2026/04/22/nina-scheer-ressortabstimmung-zu-energiegesetzen-verlangt-grundlegende-aenderungen-fuer-erneuerbare-booster-statt-bremsen-aktuelle-ausgestaltung-ist-kapitulationserklaerung-vor-realen-anforderungen/