Aurora Energy Research erwartet in Europa 80 Gigawatt Leistung für große Batteriespeicher bis 2030

Aurora Energy Research, Batteriespeicher-Märkte Europa

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Deutschland, Großbritannien und Italien sind in Europa die führenden Märkte für netzgebundene Batteriespeicher. Zu diesem Ergebnis kamen die Analysten von Aurora Energy Research in ihrer fünften Ausgabe des European Battery Markets Attractiveness Reports (BATMAR), den sie am Montag veröffentlichten.

Darin haben sie auch den Zubau großer Netzspeicher untersucht.  So kamen in Europa im vergangenen Jahr rund sieben Gigawatt der Großspeicher hinzu. Die installierte Leistung wuchs damit auf 17,4 Gigawatt in Europa. Bis 2030 erwartet Aurora Energy Research einen weiteren Ausbau auf etwa 84 Gigawatt und 160 Gigawatt bis 2050. Dies werde bis zur Mitte des Jahrhunderts rund 127 Milliarden Euro an Investitionen erfordern, so die Analysten. In den Kosten ist auch das Repowering von Batteriespeichern eingeschlossen.

Gemessen an den Investitionen in Batteriespeichern liege Deutschland aktuell vorn in Europa. Grund dafür ist der hohe Bedarf an Flexibilitäten. Die Analysten gehen daher für Deutschland auch von einem kurz- und langfristigen robusten Marktwachstum aus. Dahinter folgt Großbritannien, da bereits über eine beträchtliche installierte Leistung an netzgebundenen Speichersystemen verfügt. Aurora Energy Research sieht dort vielfältige Einnahmemöglichkeiten für die Systeme. Auf Platz drei folgt Italien, dessen Aufstieg maßgeblich durch die jüngste MACSE-Ausschreibung gestützt ist. Mit der Förderung soll die Entwicklung von Langzeit-Energiespeichern unterstützt werden. Als aufstrebende Märkte werden in dem Bericht Länder wie Rumänien und Bulgarien genannt, die mittlerweile zu den Top 10 in Europa gehören. „Vielversprechende Wirtschaftlichkeit von Batterien und verstärkte politische Unterstützung beeinflussen diese steigende Attraktivität“, so die Analysten weiter.

Insgesamt sieht Aurora Energy Research eine rasante Entwicklung der Batteriespeichermärkte in Europa, wobei sich die Märkte in unterschiedlichen Stadien befinden. „Während Großbritannien, Deutschland und Italien bereits ausgereift sind und daher mit Problemen wie Einschränkungen beim Netzanschluss konfrontiert sind, werden in den noch jungen Märkten die ersten Projekte erst 2026 oder später in Betrieb gehen“, sagt Anne Geschke, Pan-European Senior Research Analyst bei Aurora Energy Research. Marktteilnehmer mit einer höheren Risikoscheu könnten sich für den Kauf bestehender Projekte in reiferen Märkten entscheiden, während andere versuchen könnten, sich in Märkten zu etablieren, in denen Batterien gerade erst an Bedeutung gewinnen.“

Die Analysten stellen dabei auch fest, dass in vielen Ländern das Thema Netze auch für Batteriespeicher deutlich in den Vordergrund rückt. So würden derzeit in vielen Ländern Diskussionen über flexible Netzanschlussvereinbarungen (FCAs) und mögliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit von Batterien geführt. „Da die Realisierung groß angelegter Projekte in Märkten mit wenigen sicheren Cashflows immer schwieriger wird, wenden sich Batterieinvestoren zunehmend innovativeren Abnahmestrukturen wie Tolling-Vereinbarungen zu, um sich die Finanzierung zu sichern“, ergänzt Jörn Richstein, Forschungsleiter für paneuropäische Strommärkte, Politik und Technologien bei Aurora Energy Research.

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