Photovoltaik-Anlagen produzieren im Juni erstmals mehr als zehn Milliarden Kilowattstunden Solarstrom

Bruttoinlandsstromverbrauch, Vergleich 1. Halbjahr 2023 vs. 1. Halbjahr 2024

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Im ersten Halbjahr erreichten die erneuerbaren Energien einen Rekordanteil von 58 Prozent am Bruttoinlandsstromverbrauch. Dies sind fast sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahreszeitraum, wobei der gesamte Stromverbrauch geringfügig auf 261 Milliarden Kilowattstunden zurückging, wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag auf Bais vorläufiger Zahlen veröffentlichten. In jedem Monat des ersten Halbjahrs 2024 deckten die Erneuerbaren demnach mehr als die Hälfte des monatlichen Stromverbrauchs, im zweiten Quartal waren es in jedem Monat 59 Prozent.

Besonders hervorgehoben wird von ZSW und BDEW der Beitrag der Photovoltaik, wobei sich der starke Zubau der jüngeren Vergangenheit auszahlt. So haben nach den vorläufigen Berechnungen die Photovoltaik-Anlagen insgesamt 37 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom im ersten Halbjahr produziert. Ein Plus von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allein im Juni seien es mehr als 10 Milliarden Kilowattstunden gewesen, soviel Solarstrom wie noch nie zuvor in einem Monat. Die Photovoltaik hatte einen Anteil von 14,7 Prozent an der Deckung des Bruttoinlandsstromverbrauchs im ersten Halbjahr. Windkraft an Land kam auf 24,4 Prozent, wobei die Erzeugung nur leicht anstieg. Sehr deutlich, nämlich um 23,2 Prozent, stieg die Erzeugung bei Windkraft auf See, die einen Anteil von 5,6 Prozent erreichte. Noch höher war der Anstieg bei der Wasserkraft mit 28,4 Prozent. Sie erreichte damit einen Anteil von 4,9 Prozent, während die Biomasse stabil blieb und 8,8 Prozent Anteil hatte.

Die Zahlen zeigen weiter, dass die Bruttostromerzeugung im ersten Halbjahr bei 252 Milliarden Kilowattstunden lag und damit knapp fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil der Erneuerbaren an der Erzeugung lag sogar bei 60 Prozent (51,8 Prozent im ersten Halbjahr 2023). Der Bruttoinlandsstromverbrauch ging um 0,3 Prozent auf 261 Milliarden Kilowattstunden zurück. Der Import von Strom stieg um 21 Prozent auf 37 Milliarden Kilowattstunden an, während der Export um 15,5 Prozent auf 28 Milliarden Kilowattstunden sank.

„Zum wiederholten Mal in Folge sehen wir einen Rekord beim Erneuerbaren-Anteil am Stromverbrauch. Das ist der Lohn für den beharrlichen Ausbau von Windenergie und Photovoltaik in den vergangenen Jahren“, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Genauso wichtig wie der Erneuerbaren-Ausbau sind die entsprechenden Infrastrukturen. Der Aus- und Umbau der Stromnetze sowie die Entwicklung von Speichern und innovativen Konzepten müssen mit dem Erneuerbaren-Ausbau Hand in Hand gehen.“ Denn grüner Strom bringe nichts, wenn er nicht genutzt werden könne. Der BDEW forderte daher von der Bundesregierung, sie müsse „noch verbliebenen Hemmnisse aus dem Weg räumen“. Zudem sollte mehr auf die Themen Sektorkopplung und Wasserstoff gesetzt werden.

Frithjof Staiß, geschäftsführender Vorstand des ZSW, forderte indes, sich bei den Klimaschutztechnologien nicht komplett vom Ausland abhängig zu machen. Dazu solle der Net Zero Industry Act (NZIA) genutzt werden, der vergangene Woche in Kraft trat. Er biete Chancen, „die Produktion der Schlüsseltechnologien Photovoltaik, Windenergie, Batterietechnologien, Elektrolyse, Brennstoffzellen und Stromnetzkomponenten (wieder) in Deutschland anzusiedeln“, ergänzte Staiß.

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