Sonnen kombiniert virtuelles Kraftwerk mit dynamischen Stromtarif

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Bis zu 30 Prozent höhere Stromkostenersparnis als mit einem einfachen dynamischen Tarif verspricht Sonnen seinen Kunden, die den Stromvertrag „sonnenHome EnergyDynamic“ abschließen. Dazu kombiniert das Allgäuer Unternehmen den dynamischen Stromtarif mit seinem virtuellen Kraftwerk. Im Sommer soll der neue Tarif mit einer Pilotphase starten. Noch in diesem Jahr soll er dann deutschlandweit verfügbar sein, teilte das Unternehmen mit.

Für seine Beispielrechnung hat Sonnen einen Haushalt mit Photovoltaik-Anlage und Heimspeicher angenommen sowie einen durchschnittlichen Netzbezug von 4000 Kilowattstunden im Jahr. Im April 2024 wird der Strombezug aus dem Netz bei 350 Kilowattstunden eingerechnet. Mit einem nicht-optimierten dynamischen Tarif läge der reine Netzbezugspreis bei einem Mittelwert von 26,3 Cent pro Kilowattstunde oder 92 Euro, so Sonnen. Mit der Preisoptimierung könne der Netzbezug durch die intelligente Beladung der Batterie zu günstigen Zeiten erfolgen und der Haushalt profitiert so von weiteren 30 Prozent Ersparnissen. Die Kosten lagen Sonnen zufolge im April dann für diesen Musterhaushalt rund 19 Cent pro Kilowattstunde oder 68 Euro.

Der neue Stromtarif funktioniert nach Angaben von Sonnen wie folgt: Zunächst wird der auf dem Dach erzeugte oder im Heimspeicher vorhandene Solarstrom für den Haushaltsverbrauch genutzt. Wird in der Prognose erkannt, dass absehbar nicht ausreichend Solarstrom aus der eigenen Produktion und dem Batteriespeicher zur Verfügung steht, wird ein intelligenter Strombezug aus dem Netz gestartet. Dies bedeutet, dass der Strom dann für die Kunden eingekauft wird, wenn die Preise an der Strombörse niedrig oder sogar negativ sind. Wenn nötig, wird dieser Strom im Heimspeicher auch zwischengespeichert. Dies ist der Fall, wenn gerade nachts die Preise günstig sind. Der Verbrauch des Stroms erfolgt dann in den Haushalten am Morgen, wo die Preise in der Regel an den Strombörsen hoch sind und die eigene Solarstromproduktion erst anläuft.

Daneben werden die Heimspeicher als Teil des virtuellen Kraftwerks auch für die Stabilisierung der Stromnetze genutzt. Dies bedeutet dann zusätzliche Einnahmen aus diesen Dienstleistungen am Regelleistungs- und Intraday-Markt. Zudem – so Sonnen – gibt es für den eingespeisten Solarstrom einen höheren Preis als die EEG-Vergütung mit 8,11 Cent pro Kilowattstunde. Dies sei möglich, da Sonnen die Einspeisung des Solarstroms über sein virtuelles Kraftwerk in Zeiten mit höheren Preisen verschiebe. Zusätzliche Hardware sei zur Nutzung des Tarifs „EnergyDynamic“ nicht notwendig. Das Energiemanagement übernehme die Sonnenbatterie.

Das Know-how und die Hardware soll dann auch ab 2025 genutzt werden, wenn zeitvariable Tarife für die Netzentgelte nach Vorgaben des Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes gelten sollen. Diese könnten sich dann mit Preissignalen von den Srombörsen oder den Übertragungsnetzbetreibern überschneiden.

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