78 Stunden mit negativen Strompreisen im Mai

Rabot Charge, Börsenstrompreise und Strom aus Erneuerbaren 2023-2024, Stand 3.6.2024

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Im Mai wurde an der Strombörse im sogenannten Day-ahead-Markt (Transaktionen für den jeweiligen Folgetag) für die Region Deutschland/Luxemburg ein Durchschnitt von 6,72 Cent je Kilowattstunde erzielt. Dies berichtet Rabot Charge, ein Anbieter dynamischer Stromtarife, unter Berufung auf die „Energy-Charts“ des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Die von der Strombörse Epex Spot selbst vorgenommene monatliche Auswertung liegt noch nicht vor, sie deckt sich aber für gewöhnlich stets mit den Energy-Charts.

Damit, so Rabot Charge, liegt der Durchschnitt im Day-ahead-Handel seit nunmehr sechs Monaten unter der Marke von acht Cent. Es habe im Mai 78 Stunden mit negativen Strompreisen gegeben, deutlich mehr als im April mit 50 Stunden. Trotzdem lag der Durchschnittspreis im Mai um 7,7 Prozent höher als im April (6,24 Cent je Kilowattstunde). Für seine eigenen Kunden hat Rabot Charge dennoch geringfügig niedrigere Preise umsetzen können, der Arbeitspreis (inklusive Steuern, Gebühren, etc.) lag nach Angaben des Unternehmens im Mai bei 27,66 Cent je Kilowattstunde und damit um 0,7 Prozent niedriger als im April (27,85 Cent). Dieser Preis hängt in der Praxis indes auch nur zum Teil vom Börsenstrompreis ab, ebenso wie auch alle anderen Stromtarife – die an der Börse gehandelte Strommenge repräsentiert einen nur sehr geringen Teil des Gesamtverbrauchs.

Rabot Charge nennt – wie alle anderen Marktbeobachter – einen stabil hohen Anteil erneuerbarer Energien als Hauptgrund für die günstigen Börsenstrompreise. Der Anteil der Erneuerbaren an der Netzlast (wiederum nicht zu verwechseln mit ihrem Anteil an den Strombörsen-Handelsvolumina) habe im Mai bei 63,1 Prozent gelegen. Photovoltaik habe hierbei mit 24,2 Prozent einen ungewöhnlich hohen Anteil beigesteuert, der Durchschnitt für die ersten fünf Monate habe nur 12,2 Prozent betragen – wenig verwunderlich, da in den ersten zwei bis drei Monaten des Jahres nur ein sehr geringer Anteil am Gesamtjahresertrag entsteht. Windkraft leistete hingegen mit 21,4 Prozent einen ungewöhnlich geringen Beitrag, der bisherige Durchschnitt für 2024 liegt hier bei 34,3 Prozent.

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