Umfrage zeigt großes Unwissen der Verbraucher bei Ökostrom

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Viele Ökostrom-Tarife halten nicht, was die Kunden von ihnen erwarten – die Verbraucher überschätzen deren Bedeutung für Energiewende und Klimaschutz. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des Ökostromanbieters Green Planet Energy durchgeführt hat.

So erwarten 81 Prozent der befragten Ökostrom-Bezieher, dass ihr Stromversorger unter keinen Umständen klimaschädliche Technologien fördert. Insgesamt 78 Prozent gehen davon aus, dass ihr Anbieter allein in den Erneuerbaren-Ausbau investiert. Das ist in der Praxis jedoch längst nicht der Fall. Auch Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken können Ökostrom anbieten. Dafür müssen sie lediglich Herkunftsnachweise erwerben, etwa von Betreibern europäischer Wasserkraftwerke. Sie sind nicht verpflichtet, selbst in Photovoltaik oder Windenergieanlagen zu investieren.

Diese Bestimmungen sind der Umfrage zufolge 64 Prozent der Bürger unbekannt. Unter den Ökostrom-Kunden hat rund die Hälfte noch nie davon gehört. Allerdings halten nur 21 Prozent der Bürger Informationen der Stromanbieter zur Herkunft von Ökostrom für glaubwürdig. 43 Prozent glauben die Informationen explizit nicht, 36 Prozent sind unentschieden.

Verbraucher wünschen mehr Transparenz

Insgesamt 76 Prozent der Ökostrom-Kunden sind der Meinung, ein Stromanbieter sollte die Quellen der Herkunftsnachweise offenlegen. 57 Prozent fordern Transparenz über die Investitionen in Erneuerbare; 53 Prozent wollen wissen, in welchen Kraftwerken der bezogene Strom produziert wird. Informationen zu den Strukturen des Versorgers erwarten 32 Prozent.

„Die bisherige Stromkennzeichnung wiegt Verbraucher oft in falscher Sicherheit. Wir brauchen daher im Sinne des Verbraucherschutzes eine bessere Kennzeichnung von echtem Ökostrom“, erklärt Sönke Tangermann, Vorstand bei Green Planet Energy.

Green Planet Energy stellt drei Forderungen: Zum einen sollten Stromanbieter zur vollen Transparenz verpflichtet werden – Firmenstruktur, Lieferantenkraftwerke und Quellen der Herkunftsnachweise müssten den Endverbrauchern transparent offengelegt werden. Zum zweiten sollten werbliche Aussagen zu Ökostrom-Produkten strenger reguliert werden, um Greenwashing zu unterbinden. Zum dritten fordert Green Planet Energy eine verständliche und einheitliche Kennzeichnung für Ökostrom, der diesen Namen verdient.

 

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