Bergbahnen Sölden testen Photovoltaik-Anlage von Helioplant mit vertikal angeordneten Modulen

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Die Bergbahnen Sölden haben am Tiefenbachgletscher im Ötztal auf 2850 Metern Höhe eine ungewöhnliche Photovoltaik-Anlage installieren lassen – baumartige Strukturen, an der die Module vertikal installiert sind. Das von der Natur inspirierte Design der Tiroler Firma Helioplant soll einige Vorteile bringen: Die Konstruktion bleibt selbst bei intensiven Niederschlägen im Hochwinter schneefrei, verbraucht weniger Fläche und fügt sich besser ins Landschaftsbild ein. Die Bergbahnen Sölden erhoffen sich einen um 40 Prozent höheren Stromertrag gegenüber im Tal installierten Anlagen gleicher Leistung.

Jedes einzelne der Helioplant-Elemente hat eine Leistung von 7,2 Kilowatt. Die bifazialen Module sind in einer Kreuzstruktur angeordnet, die Schneeablagerungen verhindern soll. Die Installation soll flexibler und kostengünstiger sein als bei der herkömmlichen Anordnung in Reihen. Erfüllen sich die Erwartungen, will das Ötztaler Seilbahnunternehmen das Projekt deutlich ausweiten.

„Damit sammeln wir wichtige Erfahrungen und können abschätzen, ob sich dieses System auch für einen größeren Einsatz eignet“, sagt Philipp Falkner, Prokurist der Bergbahnen Sölden. Ein möglicher Ausbau könne ohne aufwändige Maßnahmen realisiert werden, da die notwendige Infrastruktur wie Bauwege, Stromleitungsnetz und Trafostationen zum Einspeisen der vor Ort erzeugten Energie am geplanten Standort bereits vorhanden ist.

Premiere für den Hersteller Helioplant

„Die Idee auf Sonnenkraft zu setzen, gab es schon länger. Allerdings hatten wir Bedenken bei der Praxistauglichkeit bekannter Anlagen. Denn in der Zeit, in der wir als Skigebietsbetreiber am meisten Strom benötigen, liegt meistens viel Schnee auf den Dächern, was die Wirksamkeit der Photovoltaik sehr einschränkt“, erklärt Projektleiter Eberhard Schultes von den Bergbahnen Sölden.

Das Testfeld am Tiefenbachgletscher im hinteren Ötztal bedeutet auch für den Hersteller aus Mötz bei Innsbruck eine Premiere: Erstmals kommt die Technik von Helioplant in einem Skigebiet zum Einsatz. Eine weitere Versuchsanlage existiert derzeit nur am Schweizer Simplonpass.

 

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