Marktstart in Deutschland für Longi-Module „Hi-Mo6“ mit Rückkontakt

Teilen

Nachdem Module mit Rückkontaktzellen jahrelang eine Nische für hochpreisige Premium-Module waren, will der chinesische Photovoltaik-Hersteller Longi Solar die Technologie nun breit verfügbar machen. Aufgrund der hohen Produktionskapazitäten, in neugebauten Anlagen, sollen sie preislich mit Topcon-Modulen vergleichbar sein und dabei aber mehr Leistung bringen, erläuterte Martin Stier, Sales Manager DACH, auf Anfrage von pv magazine. Simulationen hätten gezeigt, dass die neuen Module an verschiedenen Standorten weltweit etwa fünf Prozent mehr Ertrag als n-Typ-Module mit Topcon-Technologie bringen und zehn Prozent mehr als Perc-Module.

Longi nutzt 182-Millimeter-Wafer auf p-Typ-Wafern mit HPBC-Zelltechnologie. HPBC steht dabei für Hybrid Passivated Back Contact Cell. Die Technologie verbessere die Lichtabsorption, die fotoelektrische Umwandlungskapazität, das Schwachlichtverhalten und den Temperaturkoeffizienten, so der Hersteller. Das führe zu einer höheren Modulleistung. Longi gibt eine Leistungsgarantie auf  88,9 Prozent nach 25 Jahren.

Im Solarmodul „Hi-Mo6“ nutzt Longi eine Rückkontakt-Löttechnologie, die eine einzeilige Lötstruktur anstelle der traditionellen Z-förmigen Struktur verwendet. Dadurch erreiche das Modul eine bessere Langzeitstabilität und bestehe Prüfstandards über den IEC-Werten. Die neuartige Zellkontaktierung führe zu einer geringeren mechanischen Belastung der Zellen. So müssten die Zellkanten lediglich einem Druck von 26 Megapascal standhalten, während Zellen mit herkömmlichem Schweißverfahren einem Druck von 50 Megapascal ausgesetzt würden, schreibt das Photovoltaik-Unternehmen.

Zur Reihe „Hi-Mo6“ gehören vier Modelle: „Explorer“, „Scientist“, „Artist“ und „Guardian“, wobei die ersten beiden bereits auf dem Markt erhältlich sind, beziehungsweise derzeit von den Vertriebspartnern ins Portfolio aufgenommen werden. Auf der Intersolar Europe in München hatte Longi Solar die neuen Module öffentlich präsentiert. Seither sind auch bereits erste Photovoltaik-Dachanlagen in Schweden als Referenzprojekte realisiert worden.

„Explorer“ ist die Basisversion mit einem Zellwirkungsgrad von 25 Prozent und einem Modulwirkungsgrad von 22,5 Prozent. Die „Hi-Mo6 Pro-Version Scientist“ hat einen Zellwirkungsgrad von 25,3 Prozent und einen Modulwirkungsgrad von 23,2 Prozent. Für die Zellen der „Scientist“-Reihe wird zudem die neue Wasserstoff-Passivierung angewendet. Die Rahmenmaße ändern sich zur Vorgängerreihe „Hi-Mo5“ nicht, so dass die gleichen Befestigungssysteme genutzt werden können. Erhältlich ist jeweils ein 54-zelliges und ein 72-zelliges Modul.

Die HPBC-Zelle besitzt ein Busbar-freies Design in der Frontansicht. Dadurch hat es ein schlankes und minimalistisches Erscheinungsbild, erläutert Stier, das vor allem wegen der Ästhetik zuerst in Schweden auf den Markt gebracht wurde. Gleichzeitig könne es im Norden sein gutes Schwachlichtverhalten zeigen. Sowohl die „Hi-Mo6 Explorer“- als auch die „Scientist“-Module gibt es jeweils komplett in Schwarz oder mit „Sternen“, wobei hier die weiße Rückseitenfolie an den Eckpunkten der Zellen durchblitzen.

Mehr Details zu den neuen Modulen und ihren Einsatzmöglichkeiten diskutieren wir im pv magazine Webinar am 26. Juli um 10:00 Uhr.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Popular content

Konsolidierung und Preiskampf bei Photovoltaik-Installateuren im vollen Gange
22 Juli 2024 In ihren Rückmeldungen bestätigen uns mehrere Installationsfirmen, dass kleine Photovoltaik-Dachanlagen vermehrt zu niedrigen Preisen angeboten werden...