Hamburgs Klimabeirat fordert Ausbau-Offensive für Photovoltaik

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Hamburg braucht mehr Photovoltaik-Anlagen. Zu diesem Schluss kommt der wissenschaftliche Klimabeirat des Hamburger Senats. In einer Stellungnahme empfiehlt der Rat aus 14 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, den Ausbau durch eine Art Sofortprogramm anzukurbeln.

Im Vergleich mit den anderen Bundesländern hinkt die Stadt an der Elbe hinterher. Nur 44 Watt pro Einwohner sind installiert. In Berlin sind es immerhin 61 Watt – und bei Spitzenreiter Bayern sogar 1393 Watt pro Einwohner. Im nordischen Schleswig-Holstein sind es immer 797 Watt installierter Photovoltaik-Leistung pro Einwohner.

Vorbildfunktion einnehmen

Damit die Hansestadt aufholen kann, schlägt Beirat Photovoltaik-Strategie vor. Diese sollte der Senat noch bis zum Ende des Jahres ausarbeiten. Zum Teil der Strategie gehöre auch, dass Hamburg sich ein „ambitioniertes“ Ausbauziel bis zum Jahr 2030 schafft. Auf dem Weg dahin sollte die Stadt mindestens ein Großprojekt mit Vorbildfunktion pro Jahr realisieren.

Vorbildfunktion soll auch die Umsetzung einer Photovoltaik-Pflicht auf den landeseigenen Liegenschaften haben. Die Pflicht sollte der Empfehlung des Beirats vom kommunalen Installationsunternehmen Hamburg Energie Solar umgesetzt werden. Das Unternehmen, könnte an der Aufgabe wachsen und seine Kapazitäten weiter aufstocken, wie es in dem Empfehlungsschreiben heißt.

Mieterstrom verbessern

Auch beim Mieterstrom soll es vorangehen, dafür soll die Landesregierung einen kommunalen Dienstleister gründen, der Mieter über Betreibermodelle beraten kann und bei technischer Umsetzung betreut. Für die weitere Etablierung beim Mieterstrom sollte Hamburgs Senat ein Bündnis mit der Wohnungswirtschaft schließen.

Damit zeitnah auch genügend Installateure zur Verfügung stehen, schlagen die Forschenden des Klimabeirats vor, dass der Senat einen Runden Tisch mit Innungen, ausgewählten Fachbetrieben, Berufsschulen, Fachoberschulen und Hochschulen einberuft.

Kapital aus Grünen Anleihen

Für das nötige Kapital zur Finanzierung des schnelleren Photovoltaik-Ausbaus legt der Beirat auch gleich eine Lösung vor. Green Bonds, also Anleihen, die an den Erfolg der Umsetzung „grüner“ Projekte gekoppelt sind. Die Hamburger Energiewerke könnten zum Beispiel die Anleihen auslegen, heißt es im Empfehlungsschreiben.

„Die Dächer sind da, die Wirtschaftlichkeit ist gegeben, der Senat hat Zugriff auf den Netzbetreiber und mit der SAGA auf ein großes kommunales Wohnungsunternehmen“, sagt Professor Hans Schäfers, der im Klimabeirat sitzt, anlässlich der Veröffentlichung der Empfehlung. „Ein PV-Gipfel des Senats wäre jetzt das richtige Aufbruchssignal, damit wir in Hamburg mit mehr Mieterstrom, innovativen Photovoltaik-Projekten und einem smarten Stromnetzmanagement zum solaren Aushängeschild Norddeutschlands werden.“

Der Klimabeirat machte noch eine ganze Reihe weiterer Vorschläge.

Der Artikel wurde am 7.7.23 geändert, um die installierte Leistung pro Einwohner in den Bundesländern korrekt anzugeben. Zuvor waren die Werte in Kilowatt angegeben.

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