Clearingstelle EEG: Neuer Zähler darf höchstens 20 Euro im Jahr kosten – auch bei Balkon-Photovoltaik

Die Schlichtungsstelle des Bundeswirtschaftsministeriums hat sich mit den Kosten für einen Zählertausch nach der Installation einer Photovoltaik-Anlage beschäftigt. Die Preisobergrenzen gelten der Empfehlung zufolge auch, wenn der Zählertausch nach dem Einbau eines Stecker-Solar-Gerätes erforderlich wird.
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Ein Messstellenbetreiber darf höchstens 20 Euro im Jahr für eine moderne Zähleinrichtung verlangen. Die Kosten für einen notwendigen Zählertausch nach dem Einbau einer EEG-Anlage sind mit den jährlichen Entgelten besiegelt. Und das gilt auch für einen Zählertausch, der nach dem Einbau einer Photovoltaik-Balkonanlage notwendig wird.

Diese für Verbraucher erfreulichen Nachrichten stammen aus einer Empfehlung der Clearingstelle EEG/KWKG. Die Schlichtungsstelle ist der Frage nachgegangen, zu welchen Kosten der Einbau eines Zweirichtungszählers nach der Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach oder dem Balkon führen darf. Die Empfehlungen der Clearingstelle sind aus Hilfe zur Rechtsauslegung zu verstehen. Anwälte können beispielsweise auf die Empfehlungen zurückgreifen, um zu erfahren, wie bestimmte Gesetze im Zusammenhang mit dem EEG auszulegen sind.

Preisobergrenze gilt in jede Zählrichtung

So zum Beispiel beim Preisobergrenzengesetz für den Messstellenbetrieb. Immer wieder sind Erfahrungen frustrierter Anlagenbetreiber in Foren zu lesen. Messstellenbetreiber verlangen 40 Euro pro Jahr an Entgelten für den Messstellenbetrieb einer modernen Zähleinrichtung. Eigentlich liegt die Preisobergrenze für moderne Messeinrichtungen, also Zweirichtungszähler, bei 20 Euro im Jahr. Das Argument für den höheren Betrag: Einige Messstellenbetreiber wollten 20 Euro pro „Zählrichtung“ abrechnen. Die Clearingstelle sieht allerdings keine Rechtfertigung für diese Rechtsauslegung. In ihrer Empfehlung verweisen die Schlichter darauf, dass das Gesetz zur Preisobergrenze eine Abrechnung pro Zählpunkt und nicht pro Zählrichtung vorgibt.

Die Clearingstelle stellt zudem fest, dass die Kosten für den Einbau eines neuen Zählers durch die jährliche Messstellenbetriebsgebühr gedeckt sind. Messstellenbetreiber haben kein Recht, ihren Kunden eine Rechnung für den Zählertausch zu schicken, hier ist die Clearingstelle deutlich. Zusätzliche Kosten sind auch auch dann nicht zulässig, wenn die Gebühr als „angemessenes Entgelt“ bezeichnet wird, wie es hin und wieder geschieht. Auch hierzu kursierten immer wieder Erfahrungsberichte in Foren, dass Endverbraucher Rechnungen von 100 Euro und mehr erhielten. Allerdings räumten die Schlichter ein, dass eine Regelung zu Gebühren für den Ausbau eines alten Zählers weniger eindeutig sind. Hier lasse sich nicht ohne weiteres eine pauschale Aussage treffen.

Auch bei Photovoltaik-Balkonanlagen keine Gebühren zulässig

Dieses Recht auf eine Preisobergrenze der Betriebskosten des Zählers, der auch den Einbau mit einschließt, besteht unabhängig von der minimalen Größe der EEG-Anlage. Wer wegen einer Photovoltaik-Balkonanlage in Clinch mit dem Messstellenbetreiber geraten ist, dürfte sich über diese Nachricht auf der Clearingstelle freuen. Selbst bei Anlagen unter einem Kilowatt Leistung darf der Messstellenbetreiber keine extra Gebühren außerhalb des Preisobergrenzengesetzes verlangen.

Gerade für Stecker-Solar-Geräte dürfte das eine gern gesehene Entscheidung sein. Auch wenn die zusätzlichen Kosten bei Dachanlagen als unrechtmäßig gelten, dürften diese im Vergleich zum generellen finanziellen Nutzen einer großen Photovoltaik-Anlage schnell verblassen und nur bedingt ein Hemmnis für den Ausbau dargestellt haben. Bei der Balkon-Photovoltaik hingegen sind die Erträge so gering, dass Kosten für den Zählertausch und erhöhte Messstellenbetriebskosten in keinem Verhältnis zum Ertrag der Anlage standen. Für einige ein Grund, sich gegen ein Stecker-Solar-Gerät zu entscheiden.

Kommentare

Bernhard
Sep 26, 2024

Hallo,

gelten die 20 Euro auch für Volleinspeiser-Anlagen (bis 10 kWp) die 2022 bzw. 2023 in Betrieb gegangen sind?

Stromi
Jul 03, 2024

Die Gebühr für den Zähler ist laut Gesetz auf max 20 € gedeckelt. E.D.I.S. verlangt aber 20.04 € . Das ist doch eigentlich Gesetzwidrig oder ? Kann oder sollte man das irgendwo melden ?

Solarnutzer
Mar 06, 2023

Im Markt Stammdaten Register ist die Anlage gemeldet.
Das Formular der DGD korrekt ausgefüllt und abgesendet.
Aber laut deren Elektro Meister wird dies alles nicht akzeptiert und mit Strom Abschaltung gedroht.
Die Idee mit einer Straf Anzeige wegen Nötigung kam mir auch direkt.

JCW
Mar 05, 2023

Vielleicht kommen die Messstellenbetreiber dann mal drauf, dass die vermiedenen Verluste durch rückwärtslaufenden Zähler die Kosten für den Austausch nie erbringen können und lassen es dann? Wäre doch mal ein Sieg der Vernunft. Nicht sehr deutsch, wo das Finanzamt sich noch beklagt, wenn man den einen Cent Zinsertrag auf dem Girokonto nicht in die Steuererklärung aufnimmt, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ernst Gruber
Mar 05, 2023

Es ist überhaupt nicht nötig wegen Balkon Solaranlagen einen Zähler zu tauschen. Unsere Elektriker haben anderes zu tun!

Solarnutzer
Mar 05, 2023

Nicht anmelden ist auch keine Lösung.
Unser Netz Versorger fährt die Gegend ab prüft auf Balkon Kraftwerke und schaut dann auf den Zähler. Falls er da was bemerkt wird gedroht den Strom innerhalb 1 Woche abzuschalten wenn nicht die Anmeldung mit seinen Formularen und einer Zusatz Aktivierung Gebühr von über 122€ erfolgt.
Andere Standard Anmelde Formulare wie das von DGS werden nicht akzeptiert.
Nur das eigene Formular mit Zusatz Vertrag und Aktivirungs Gebühr.
Das dies alles gemäß § 7 Absatz 1 EEG und Clearingstelle EEG, Az. 2013/20 unzulässig ist interessiert ihn nicht.
Unser Netzbetreiber macht seine eigenen Gesetze.

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Ernst Gruber
Mar 06, 2023

Nicht anmelden ist eine Lösung! Ihrem Stromversorger geht es überhaupt nichts an ob sie ein balkonkraftwerk betreiben oder nicht. Aber anscheinend kommt bei Ihnen der Sheriff persönlich. Die meinen wohl sie sind die strompolizei. Sie haben auf ihrem Grundstück und ihrem Haus nichts verloren! Das ist alles nur Angst machen und hier im kriminellen Stil. Es hat noch nie jemand in ganz Deutschland eine Strafe bezahlt weil er sein balkonkraftwerk nicht angemeldet hat. Kämpfen sie gegen diese Willkür. Um ganz sicher zu sein melden Sie Ihr balkonkraftwerk im marktstammdatenregister an. Das können sie elektronisch tun. Bei allem anderen können Sie die Zunge rausstrecken. Informieren Sie bitte auch Ihre zuständige Verbraucherzentrale und schildern Sie diesen Fall.

Keine Rechtsberatung
Mar 06, 2023

Strafanzeige stellen, Tatbestand Verdacht auf Nötigung, Verweis auf Ausnutzung marktbeherrschender Stellung. Formlose Anmeldung durchführen um den eigenen Pflichten nachzukommen. Markstammdatenregister nicht vergessen.

Volker Seiler
Mar 04, 2023

Balonsolaranlage würde ich gar nicht erst anmelden!