Vattenfall plant ersten förderfreien Solarpark mit 16,8 Megawatt in Niederlanden

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Vattenfall ist aktuell dabei, ein ersten Photovoltaik-Kraftwerk in den Niederlanden außerhalb der staatlichen SDE+-Förderung zu planen und umzusetzen. „Wir wollen damit zum Vorreiter im Land werden“, sagt Annemarie Schouten, Leiterin der Photovoltaik-Projektentwicklung in den Niederlanden von Vattenfall, im Gespräch mit pv magazine. Noch werden in dem Land die Photovoltaik-Kraftwerke vorzugsweise über die staatliche Förderung realisiert, doch Projekten mit Stromabnahmeverträgen (PPAs) gehöre die Zukunft.

Der geplante Solarpark in Almere soll eine Leistung von 16,8 Megawatt haben. Dafür will Vattenfall rund 25.000 bifaziale Solarmodule installieren. Da der Baubeginn erst für 2024 geplant ist, kalkuliert der Energiekonzern also mit den großen, leistungsstärkeren Solarmodulen, die von chinesischen Photovoltaik-Herstellern derzeit entwickelt und in die Massenfertigung gebracht werden. Zudem sei geplant, die Solarmodule auf Trackern zu installieren und so der Sonne nachzuführen, wie Schouten bestätigt. Vattenfall rechne daher mit einem jährlichen Solarstromertrag von etwa 18,3 Gigawattstunden aus der Anlage.

Das Photovoltaik-Kraftwerk wird auf staatlichem Land entstehen. Der Eigentümer, die staatliche Immobilienagentur, habe spezielle Anforderungen, erklärt Schouten weiter. Daher habe sich Vattenfall auch für den Einsatz der Tracker entschieden, um den Boden mit ausreichend Licht und Wasser zu versorgen und so die Bodenqualität sowie Artenvielfalt zu steigern. Doch auch wenn der Energiekonzern bei den Komponenten schon Entscheidungen gefällt hat, so ist es doch noch ein weiter Weg bis zum tatsächlichen Baustart.

„Es dauert sehr lange die notwendigen Genehmigungen zu bekommen“, sagt Annemarie Schouten. Vattenfall habe diesbezüglich nun die Anträge für die Umweltgenehmigung gestellt. Wenn die Zusage erfolgt sei, werde das Unternehmen auch den Dialog mit der Gemeinde und den Bewohnern über das geplante Projekt aufnehmen und die Pläne für die Umsetzung konkretisieren.

Daneben bemüht sich der Energiekonzern auch um einen Netzanschluss für das Photovoltaik-Kraftwerk. „Hierfür eine Zusage zu bekommen, ist aktuell allgemein sehr schwierig in den Niederlanden“, sagt Schouten weiter. Nur an einigen Stellen würden derzeit von den Netzbetreiber neue Photovoltaik-Kraftwerke angeschlossen. Allerdings hätten die Netzbetreiber auch angekündigt, in den Ausbau der Infrastruktur investieren zu wollen. Auch dies spricht für eine lange Vorlaufzeit für das Projekt. Generell denke Vattenfall bei seinen Photovoltaik-Kraftwerken in den Niederlanden stärker über Optionen nach, diese mit Batteriespeichern zu kombinieren, um das Stromnetz zu entlasten und einfacher einen Anschluss zu bekommen. Allerdings seien die kombinierten Photovoltaik-Speicher-Projekte in den Niederlanden noch nicht wirtschaftlich darstellbar.

Vattenfall sucht zudem noch nach Kunden, die den Solarstrom aus dem Solarpark in Almere abnehmen werden. Schouten verzeichnet dafür eine langsam steigende Nachfrage bei der Industrie in den Niederlanden, doch noch auf sehr geringem Niveau. „Wir sind bereits im Gespräch mit einigen lokalen Unternehmen“, sagt sie weiter. Ziel sei es, ein oder mehrere PPAs mit Industriekunden zu einem Festpreis abzuschließen, und zwar am liebsten für eine Laufzeit von 10 bis 15 Jahren.

Die Erfahrungen aus dem Projekt werden sicher zur Entscheidung Vattenfalls beitragen, ob es zukünftig verstärkt auf Photovoltaik-Projekte mit PPAs setzen wird. „Wir glauben, dass förderfreie Parks eine Zukunft haben, auch wenn sie auf dem niederländischen Markt noch lange nicht Realität sind“, sagt Schouten. Ob in Kürze weitere Anlagen dieser Art in die Umsetzung gehen, sei offen. Dies werde Vattenfall von Projekt zu Projekt entscheiden.

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