Schönauer Schöpfungsfenster produziert weiter Solarstrom

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Für die evangelische Kirche in Schönau ist die 1997 errichtete Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Bergkirche – auch als Schönauer Schöpfungsfenster bekannt – ein Zeichen für das Engagement der Gemeinde sowie ein moderner Fingerzeig Gottes für die Bewahrung der Schöpfung. Für die „Stromrebellen“ der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) ist sie ein Symbol des Erfolgs in dem langen Kampf für eine unabhängige ökologische Energieversorgung in der Schwarzwaldstadt. Ein Teil der Photovoltaik-Anlage wurde damals über Spenden finanziert, ein weiterer Teil wurde als Gemeinschaftsprojekt samt Bürgerbeteiligung umgesetzt. Einer Mitteilung der EWS zufolge wurden die Module auf den Dächern von Kirche und Gemeindehaus nun teilweise ausgetauscht, die übrigens werden jedoch trotz Auslaufens der EEG-Förderung weiter betrieben.

Evangelische Kirche, KSE Energie und EWS haben bei der Neukonzeption der zwei Anlagen kooperiert. Der Schritt wurde nötig, da der EEG-Vergütungsanspruch ausgelaufen war, die Beteiligten jedoch eine ersatzlose Stillegung der Photovoltaik-Anlagen unter allen Umständen vermeiden wollten. „Wir freuen uns sehr, nun eine nachhaltige Lösung gefunden zu haben, die der besonderen Geschichte der Schöpfungsfenster sowie dem christlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung gerecht wird und die zugleich ökonomisch sinnvoll ist“, so Ronald Kaminsky, Vorsitzender des Kirchengemeinderates der Evangelischen Bergkirche in Schönau.

Die Bürger-Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gemeindehauses hat die bisherige Eigentümergemeinschaft unentgeltlich an die evangelische Kirchengemeinde übertragen. Der dort erzeugte Solarstrom wird ins öffentliche Netz eingespeist, von den EWS abgenommen und mit fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh) vergütet. Damit ist den EWS zufolge, die auch Strom aus anderen Post-EEG-Anlagen aufkaufen, ein kostendeckender Betrieb der Solaranlage auch in der Post-EEG-Ära gewährleistet.

Die Anlage auf dem Dach des Kirchenschiffs hingegen wurde im Zuge einer notwendigen Dachsanierung komplett demontiert. Das neue Kirchendach bekam eine neue Photovoltaik-Anlage mit 30 Kilowatt Leistung. Kooperationspartner der Kirchengemeinde für dieses Projekt war die KSE Energie GmbH aus Freiburg. Das Unternehmen gilt als Spezialist für die Energieversorgung von Kirchengemeinden und kirchlich-sozialen Einrichtungen. Der auf dem Kirchendach erzeugte Solarstrom wird nun bevorzugt zur Versorgung der Kirche und des Gemeindehauses verwendet, überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Um den Eigenverbrauch zu optimieren, stellen die EWS einen Batteriespeicher zur Verfügung.

KSE-Geschäftsführer Jan Bergenthum weist darauf hin, dass es auf den Dächern von Gemeindehäusern, kirchlichen Einrichtungen und bisweilen auch von Kirchen großes Potenzial für Photovoltaik-Anlagen gibt. Die Kirchengemeinde in Schönau zeige, wie engagierter und kreativer Klimaschutz funktioniere. Die 1927 erbaute Bergkirche in Schönau war übrigens das erste Denkmal in Baden-Württemberg, auf dessen Dach eine Solaranlage installiert wurde.

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