Statistisches Bundesamt: Wind bei Stromerzeugungsanteilen dreht sich im ersten Quartal 2021

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Im ersten Quartal sind 138,2 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen am Freitag veröffentlichte. Dies sind 2,6 Prozent weniger als noch vor Jahresfrist. Gleichzeitig hat sich auch der Strommix im Gegensatz zum 1. Quartal deutlich verändert. Während die konventionellen Kraftwerke, also Kohle, Atom und Gas um 18,9 Prozent zulegten, sank der Anteil der Erneuerbaren um 23 Prozent. Damit trugen die konventionellen Energieträger im ersten Quartal 59,3 Prozent zur Stromerzeugung bei – der Anteil der Erneuerbaren sank dagegen von 51,4 auf 40,7 Prozent binnen Jahresfrist.

Die Erzeugung der Photovoltaik-Anlagen blieb nach den Zahlen weitgehend stabil – er sankt um 3,1 Prozent auf 6,6 Milliarden Kilowattstunden. Der Anteil der Photovoltaik an der Netzeinspeisung blieb mit 4,8 Prozent jedoch stabil. Anders sah es bei den Windkraftanlagen aus. Nach zwei stürmischen Jahresauftakten gab es 2021 weniger günstige Witterungsbedingungen. Die Stromeinspeisung des Windparks sank um 32,4 Prozent auf 33,5 Milliarden Kilowattstunden im ersten Quartal 2021 – der niedrigste Wert für die ersten drei Monate seit 2018.

Dies führte dann auch dazu, dass die Kohle die Windkraft als wichtigster Energieträger ablösen konnte. Die Kohlekraftwerke speisten 26,8 Prozent mehr Strom ins Netz als noch im ersten Quartal 2020 – insgesamt waren 39,9 Milliarden Kilowattstunden. Dies entspricht einem Anteil von 28,9 Prozent an der gesamten Netzeinspeisung. Auch die Gaskraftwerke kamen nochmals stärker zum Zug und legten um 24 Prozent binnen Jahresfrist zu. Sie kamen im ersten Quartal auf einen Anteil von 16,3 Prozent und festigten damit den dritten Rang. Auch die AKW speisten etwas mehr Strom ins Netz.

Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes legten die Stromimporte deutlich zu. Sie stiegen gegenüber dem ersten Quartal 2020 um 18,4 Prozent auf 12,2 Milliarden Kilowattstunden an, dabei sei vor allem deutlich mehr Strom aus der Tschechischen Republik importiert worden, während Importe aus Frankreich klar zurückgingen. Die exportierte Strommenge sank im ersten Quartal leicht auf 20,1 Milliarden Kilowattstunden. Unter dem Strich bleibt Deutschland damit beim Strom ein Nettoexporteur.

„Wir können es uns nicht leisten, darauf zu hoffen, dass der Wind genügend weht und die Sonne ausreichend scheint“, erklärte der energiepolitische Sprecher der FDP, Martin Neumann. „Die Bundesregierung hat den Fehler gemacht, viel zu lange nur auf volatile Energieträger zu setzen. Das rächt sich nun.“Die FDP fordere seit langem, dass keine Kilowattstunde verloren oder verschenkt werden dürfe. „Wir müssen viel mehr auf systemische Lösungen setzen – Stichwort Sektorkopplung -, um den Wegfall von Kohle- und Kernenergie effizienter zu kompensieren und die entstehende Stromlücke zu schließen. Außerdem sollten moderne Speichertechnologien besser gefördert und überschüssiger Strom in Wasserstoff umgewandelt werden“, so Neumann weiter.

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