Energy Charts: Photovoltaik mit 20 Prozent Anteil an Nettostromerzeugung im April

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Die erneuerbaren Energien erreichten im April einen Anteil von 60,3 Prozent an der Nettostromerzeugung. Davon stammten 25,6 Prozent von der Windkraft und 20 Prozent kamen von der Photovoltaik, wie die aktuelle Auswertung der Daten durch Energy Charts vom Fraunhofer ISE zeigt. Die Biomasse trug demnach 10,7 Prozent und die Wasserkraft 3,9 Prozent bei. Im Jahresvergleich zeigt sich, dass aber die Photovoltaik „der einzige Sieger“ unter den verschiedenen Stromerzeugungstechnologien ist.

Die einberechneten 7,01 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom stellen einen Anstieg um 1,3 Milliarden Kilowattstunden oder 23,5 Prozent gegenüber dem April 2019 dar. Bei allen anderen Technologien war die Erzeugung im Jahresvergleich rückläufig. Am stärksten sank sie bei den Steinkohlekraftwerken mit 64,1 Prozent und Braunkohlekraftwerke, die 52,2 Prozent weniger zur Nettostromerzeugung beitrugen. Der Anteil sank Energy Charts zufolge im April 2020 auf 3,8 respektive 12,3 Prozent. Der Anteil der Atomkraft an der Nettostromerzeugung lag bei 13,6 Prozent und der Gaskraftwerke bei 9,4 Prozent, wobei die Erzeugung um 16,4 und 2,3 Prozent geringer ausfiel als noch im Vorjahresmonat.

Diese rückläufige Entwicklung bei allen Technologien – außer der Photovoltaik – ist auch der durch die Corona-Krise bedingten geringeren Last geschuldet. Sie lag mehr 10 Prozent unter dem Niveau des Aprils 2019 bei 34,8 Terawattstunden. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre war die Last im April 2020 damit 10,9 Prozent geringer, wie Bruno Burger, Leiter von Energy Charts des Fraunhofer ISE, ermittelt hat. Neben der Corona-Krise habe vor allem auch der erhöhte Eigenverbrauch von Solarstrom die Last reduziert. So habe die Solareinstrahlung in einem April so hoch gelegen wie noch nie in diesem Monat in den Vorjahren. Dadurch gab es viel Photovoltaik-Eigenverbrauch und wetterbedingt weniger Stromverbrauch – etwa für Beleuchtung und Heizung, wie Burger erklärt. Den Einfluss der durch die Corona-bedingte Krise auf die Last schätzt er auf etwa 7 bis 8 Prozent und damit moderat ein.

Im April waren zudem ein massiver Rückgang des Strompreises zu verzeichnen. Der durchschnittliche Day-Ahead-Strompreis lag Burger zufolge bei 15.94 Euro pro Megawattstunde. Dies seien 19,27 Euro pro Megawattstunde weniger als noch im April 2019. Auch verglichen mit den durchschnittlichen Börsenstrompreisen der Aprilmonate 2010 bis 2019 sei es ein Rückgang um fast 55 Prozent. Zugleich sank der Stromüberschuss in Deutschland. Der Saldo aus Import und Export sank im Jahresvergleich im April von 3,4 auf 0,6 Terawattstunden. Die Gründe für den starken Rückgang beim Strompreis sind Bruno Burger zufolge vielfältig. Die hohe Einspeisung der Erneuerbaren sowie ein hoher CO2-Preis häten zu weniger Exporten von Braunkohlestrom geführt. Dies habe sich stärker als die Corona-Krise auf die Entwicklung ausgewirkt, denn einen dramatischen Einbruch beim Preis habe es auch schon im Februar ohne Corona gegeben, sagt Burger.

BDEW und ZSW hatten bereits vergangene Woche vorläufige Berechnungen präsentiert, wonach sie die Erzeugung der Photovoltaik-Anlagen im April mit 6,9 Milliarden Kilowattstunden bezifferten. Demnach lag sie nur ganz knapp unter dem bisherigen Rekordmonat Juni 2019, als knapp 7,1 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt wurden.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel ist nachträglich nochmal präzisiert worden.