1,5 Gigawatt-Ausschreibung in Abu Dhabi verzeichnet weltweit tiefstes Gebot für Photovoltaik-Anlagen von 1,35 US-Dollarcent pro Kilowattstunde

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von pv magazine International

Mit diesem Tweet gab das Medienbüro der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate bekannt, dass am Dienstag bei der 1,5-Gigawatt-Photovoltaik-Ausschreibung, die die Emirates Water and Electricity Company (EWEC) im Juli veröffentlichte, der weltweit niedrigste Preis für Solarstrom vereinbart wurde. Erfolgreicher Bieter sei ein Konsortium aus dem französischen Energiekonzern EDF und dem chinesischen Photovoltaik-Unternehmen Jinko Power. Quellen aus der Industrie haben dem pv magazine bestätigt, dass das Konsortium 0,0497 Emirati Dirham pro Kilowattstunde – umgerechnet 1,3533 US-Dollarcent oder 1,24548 Eurocent pro Kilowattstunde – für den in Al Dhafra erzeugten Solarstrom angeboten habe.

Die emiratische Zeitung „The National“ berichtete unterdessen, dass die anderen Angebote von vier Konsortien abgegeben wurden: Eines wurde vom saudi-arabischen Energieriesen ACWA Power gebildet – und umfasst einem früheren Bericht zufolge den chinesischen Energieversorger Shanghai Electric mit ein. Die weiteren bestehen aus dem französischen Ölgiganten Total und dem japanischen Handelsunternehmen Marubeni; dem französische Unternehmen Engie und International Power sowie der japanischen Softbank und dem italienischen Öl- und Gasversorger Eni. Auf der Website der Energie- und Versorgungsunternehmen EWEC wurde berichtet, dass das Angebot von Engie zusammen mit Al Fanar und nicht mit International Power eingereicht wurde.

Das Gebot

Das Gebot von EDF und Jinko Power von 1,3533 US-Dollarcent pro Kilowattstunde liegt rund 0,0021 US-Dollarcent unter dem bisherigen Rekord für das tiefste Gebot von 0,0571 Qatari Riyal (0,0156 US-Dollar) pro Kilowattstunde. Dies hatten Total und Marubeni Ende Januar bei der 800-Megwatt-Ausschreibung Katars boten. Das erfolgreiche Konsortium wird bis zu 40 Prozent einer für das Projekt geschaffenen Gesellschaft besitzen, während sich der verbleibende Anteil im Besitz der Abu Dhabi Power Corporation und anderer, nicht bekannt gegebener staatlicher Stellen befinden werden.

Das in Bahrain ansässige Informationsportal „Trade Arabia“ berichtete, dass das Projekt „Al Dhafra“ den kommerziellen Betrieb im zweiten Quartal 2022 aufnehmen soll. Dies würde nur eine geringfügige Verzögerung gegenüber dem ursprünglich im März genannten Zweijahreszeitraum bedeuten. Zu diesem Zeitpunkt war der ursprüngliche Termin für die Eröffnung der endgültigen Preisangebote für die Ausschreibung wegen der Covid-19-bezogenen Beschränkungen für öffentliche Versammlungen in den Vereinigten Arabischen Emirate verschoben wurde. Nach der Fertigstellung wird der Solarpark mit 1,5 Gigawatt Gesamtleistung die größte Photovoltaik-Anlage im Nahen Osten sein.

Der 1,17-Gigawatt-Solarpark „Sweihan“, der vom indischen Ingenieur-, Beschaffungs- und Bauunternehmen Sterling und Wilson im Emirat Abu Dhabi gebaut wird, ist derzeit die regionale Spitzenreiter, nachdem er im Juli 2019 ans Netz angeschlossen wurde.

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