Energy Charts: 2019 werden Erneuerbare erstmals fossile Stromerzeugung übertreffen

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Acht Monate in Folge trugen die in Deutschland installierten Erneuerbaren-Anlagen mehr zu Nettostromerzeugung bei als ihre fossilen Pendants. Im November setzte sich dieser Trend nicht fort und dennoch hat Bruno Burger, Leiter der Energy-Charts am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE eine gute Nachricht: „In den ersten elf Monaten dieses Jahres haben die erneuerbaren Energien schon 24 Terawattstunden mehr Strom erzeugt als die fossilen Energien. Damit wird 2019 das erste Jahr, in dem die erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung vor den fossilen Energien liegen.“

Im November erreichten die Erneuerbaren einen Anteil von 36,9 Prozent an der Nettostromerzeugung. Gas- und Kohlekraftwerke kamen auf 48,1 Prozent, wie die Auswertung bei Energy Charts zeigt. Die Atomkraftwerke fallen weder in die Kategorie Erneuerbare noch Fossile und werden daher bei dieser Betrachtung außen vor gelassen. Trotz des lahmenden Ausbaus bei der Windkraft war diese im November einmal mehr der wichtigste Stromproduzent. Die Windräder an Land und auf See erzeugte 10,34 Terawattstunden Strom und damit 23 Prozent der Nettostromerzeugung aller Anlagen. Dicht dahinter lag mit 9,99 Terawattstunden und einem Anteil von 22,2 Prozent die Braunkohle. Die Photovoltaik-Anlagen kamen auf drei Prozent im November und erzeugten 1,16 Terawattstunden.

Die aktuellen Daten zur Nettostromerzeugung in diesem Jahr ergeben einen Anteil für die Photovoltaik, Windkraft und Co. von 45,7 Prozent. Insgesamt wird die Nettostromerzeugung mit 473,38 Terawattstunden bislang in diesem Jahr angegeben. Dabei ist die Windkraft die wichtigste Erzeugungsquelle und kommt auf einen Anteil von 23,5 Prozent. Die Photovoltaik-Anlagen erzeugten bislang in diesem Jahr rund 45,53 Terawattstunden, was einem Anteil von 9,6 Prozent entspricht. Sie liegen damit vor der Biomasse, die auf 8,6 Prozent kommt.

Die vernachlässigten AKW haben einen Anteil von 13,7 Prozent. Entsprechend entfallen auf die Braunkohle-Kraftwerke 20 Prozent, die Steinkohle-Meiler 9,6 Prozent und die Gaskraftwerke 10,5 Prozent, wie die Grafik bei Energy Charts zeigt. Allein schon die angekündigten Sturmtiefs in den kommenden Tagen dürften dafür sorgen, dass die erneuerbaren Energien in diesem Jahr auch am Ende vor den fossilen Pendants bleiben werden.