Gigawatt-Modulproduktion von Energetica in Österreich angelaufen

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Es war ein Paukenschlag, als mitten in den Niedergang der deutschen Solarindustrie der österreichische Hersteller Energetica im Sommer 2018 den Bau einer Gigawatt-Fabrik für Solarmodule im österreichischen Liebenfels verkündete. Damals hieß es, die Produktionskapazität von einem Gigawatt soll bis zum dritten Quartal 2019 erreicht werden. Das hat Energetica fast geschafft. Am 17. September – also im dritten Quartal 2019 –  liefen jedoch die erste Hochleistungsmodule über die Förderbänder der vollautomatisierten Produktionsstraßen, wie das Unternehmen nun veröffentlichte. Über den Sommer waren die Maschinen an dem 63.000 Quadratmeter umfassenden Industriestandort in Kärnten aufgebaut worden. Mittlerweile sind rund 100 Mitarbeiter mit der Produktion verschiedener Module am Standort beschäftigt.

„Unser Ziel ist es, in Österreich leistungsstarke, intelligente und optisch ansprechende Highend-Photovoltaikmodule zu produzieren. Energieautark, umweltfreundlich, nachhaltig und zu Verkaufspreisen, mit denen wir im globalen Wettbewerb auch gegen asiatische Hersteller bestehen können“, erklärte Rene Battistutti, Gründer und CEO von Energetica Photovoltaic Industries, nach dem Anlaufen der Produktion. In seiner Fabrik setze er dazu auf ein Industrie-Niveau 4.0. Im Vollausbau soll die Fabrik dann auch eine „Zero Emission Factory“ sein, die mit Solarstrom aus einer Photovoltaik-Anlage mit 2,7 Megawatt vom eigenen Dach mit Solarstrom versorgt wird. Zudem soll ein Batteriespeicher installiert und die Prozess-Abwärme in einem nahegelegenen Biomasse-Heizwerk genutzt werden. So könne die gesamte benötigte Energie für den Produktionsstandort erzeugt werden.

Technologisch will Energetica „robuste, verlässliche Qualität“ liefern. So setze man auf Halbzellen, 12-Busbar-Technologie und Antireflexglas. Eigenpatente wie die Energetica Integrated Shadow Protection (e.ISP) sollen entscheidungs- und kaufrelevante Differenzierungskriterien im Wettbewerb bieten. „Beim e.ISP handelt es sich um ein elektronisches Verschattungsmanagement, das im Vergleich zu konventionellen Modulen eine höhere Leistungsausbeute bei Sonne und Verschattung bringt“, sagte Battistutti weiter. Mit dem integrierten Steuerungselement werde auch die Gefahr von Modulschäden durch Überhitzung markant gesenkt. „Das gewährleistet wiederum eine längere Lebensdauer unserer Module, was sich in den Energetica-Garantien widerspiegelt“, erklärt Battistutti.

An die Produktion angeschlossen ist auch ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Dort will Energetica seine Solarzellen und Photovoltaik-Produkte weiterentwickelt, um Lizenzen für neue Technologien vergeben zu können. „Mit unserem F&E-Zentrum können wir externe Partner – beispielsweise Unternehmen, die aus anderen Industriebereichen stammen und Solartechnologie in Ihre Produkte integrieren möchten – mit unserem Know-how unterstützen. Unser Ziel ist es, Ideen von ersten Prototypen bis zur Serienproduktion zu begleiten“, so der Energetica-Gründer. Ein Beispiel für innovative Produkte aus dem Haus Energetica sind die „Smartflower“-Produkte. Die Photovoltaik-Anlage in Blütenblätter-Form sowie andere Sondermodule will Energetica künftig auch an dem Standort in Liebenfels fertigen.