Photovoltaik-Ausschreibung: Preise sinken dank zusätzlicher bayerischer Ackerflächen wieder unter 5 Cent pro Kilowattstunde

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Die Bundesnetzagentur hat bei der Photovoltaik-Ausschreibung im Oktober insgesamt 27 Zuschläge für Projekte mit 153 Megawatt Gesamtleistung erteilt. Die Preise der erfolgreichen Gebote bewegten sich zwischen 4,59 und 5,20 Cent pro Kilowattstunde und der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert betrug 4,90 Cent pro Kilowattstunde, wie die Bonner Behörde am Freitag veröffentlichte. Damit sind die Preise gegenüber den beiden letzten Photovoltaik-spezifischen Ausschreibungen weiter gesunken und erreichten fast das Niveau der ersten Auktion des Jahres im Februar.

Der Grund dafür ist einfach. Bayern hatte im Sommer seine Verordnung erweitert und damit mehr Zuschläge für Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen in benachteiligten Gebieten ermöglicht. 19 der 27 Zuschläge wurden für solche Photovoltaik-Projekte in Bayern erteilt. Sie sollen eine Gesamtleistung von 130 Megawatt haben. Auch die Bundesnetzagentur attestiert, dass die Ausweitung des Kontingents von 30 auf 70 Zuschläge jährlich den Wettbewerb stimuliert habe. Insgesamt waren für die Ausschreibung mit einem Volumen von 150 Megawatt 153 Gebote mit Projekten für insgesamt 648 Megawatt abgegeben worden. Wegen Formfehlern oder einem verspäteten Eingang seien elf Gebote ausgeschlossen worden, so die Bundesnetzagentur weiter.

Alle Bieter, die im Oktober nicht zum Zug kamen, haben in diesem Jahr noch mindestens zwei weitere Chancen auf einen Zuschlag. Mit Stichtag 4. November folgt nun die nächste technologieübergreifende Ausschreibung von Photovoltaik und Windkraft an Land mit einem Volumen von 200 Megawatt. Für den 2. Dezember ist die zweite Sonderausschreibung für Photovoltaik-Anlagen mit insgesamt 500 Megawatt angesetzt. Zudem könnte es noch die erste Innovationsausschreibung mit einem Volumen von 250 Megawatt geben. Hierfür hat die Bundesnetzagentur allerdings noch kein Datum benannt. Am Mittwoch hatte das Kabinett mit der Verabschiedung der Verordnung den Weg frei gemacht, dass diese Form der Ausschreibungen nun stattfinden können.

Die Erfolgsaussichten der Photovoltaik bei der gemeinsamen Ausschreibung mit der Windkraft an Land dürften erneut äußerst hoch sein. In allen bisherigen Runden gingen die Zuschläge jeweils komplett an Photovoltaik-Anlagen. Die Ergebnisse der technologiespezifischen Ausschreibung für Windkraft an Land, die es im Oktober ebenfalls gab, deuten auf die Fortsetzung hin. Ingesamt gab es bei der Ausschreibung 25 Gebote mit 204 Megawatt Gesamtleistung. Alle erhielten einen Zuschlag, da das ausgeschriebene Volumen von 675 Megawatt längst nicht erreicht wurde. Die erfolgreichen Gebote lagen bei 6,19 und 6,20 Cent pro Kilowattstunde, wobei 6,20 Cent pro Kilowattstunde der von der Bundesnetzagentur festgelegte Höchstwert für diese Runde war.

Grüne: Bundesregierung macht beim Erneuerbaren-Ausbau alles falsch

Nach Ansicht von Bündnis 90/Die Grünen zeigen dieAusschreibungsergebnisse: „Diese Bundesregierung macht beim Ausbau der erneuerbaren Energien alles falsch.“ Bei der Photovoltaik würden Investitionen verhindert, wie die energiepolitische Sprecherin Julia Verlinden mit Blick auf die deutliche Überzeichnung des Volumens erklärt. „Statt die Ausschreibungsmengen endlich zu erhöhen und mehr Sonnenstrom für unter 5 Cent pro Kilowattstunde zu erzeugen, macht die Regierung einen Deckel drauf.“ Bei der Windenergie sei es hingegen umgekehrt. „Hier wurden zum wiederholten Male viel weniger Projekte eingereicht als für die ausgeschriebene Menge erforderlich – und das bei ohnehin zu geringen Mengenvorgaben. Die Regierung müsste endlich für mehr Flächen für Windenergie und weniger Bürokratie sorgen“, so Verlinden weiter. In dem Klimapaket seien solche Maßnahmen allerdings nicht zu finden, sondern der Windkraftausbau werde weiter behindert und die Ausschreibungsmengen blieben zu gering. „Diese Bundesregierung verzögert mutwillig Energiewende und Klimaschutz“, so Verlindens Urteil.

bne fordert großzügigere Flächenkulisse für Photovoltaik

„Die Ergebnisse der jüngsten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik zeigen erneut, dass die wettbewerbliche Preisermittlung erfolgreich ist und dazu führt, dass neue Solaranlagen zu niedrigen Preisen erbaut werden“, kommentierte Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne). Dennoch sieht er dringend Handlungsbedarf: „Ausschreibungen können günstige Preise für Photovoltaik-Anlagen insbesondere dann hervorbringen, wenn die Flächenkulisse weniger restriktiv ist. Denn der Vergleich der Ergebnisse vergangener Ausschreibungen zeigt deutlich, dass die zunehmende Flächenverknappung die Preise treibt. Wichtig ist daher, dass die Bundländer von ihrer Länderöffnungsklausel Gebrauch machen.“