Photovoltaik-Zubau im April bei gut 300 Megawatt

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Im April griff die letzte Stufe der Sonderkürzungen für große Photovoltaik-Anlagen zwischen 40 und 750 Kilowatt. Der Zubau blieb leicht hinter den Vormonaten zurück, war aber mit 304,674 Megawatt weiter hoch, wie aus der am Freitag von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Aktualisierung hervorgeht.

Seit Einführung des Marktstammdatenregister ist es schwieriger, die Zahlen genau zu filtern. Nach Angaben der Bonner Behörden entfielen gut 244 Megawatt auf Photovoltaik-Dachanlagen. Weitere knapp 29 Megawatt sind demnach für Freiflächenanlagen außerhalb der Ausschreibungen verzeichnet worden. Gerade einmal 911 Kilowatt an Photovoltaik-Anlagen sind im April für den Mieterstromzuschlag neu gemeldet worden.

Die restliche Zubaumenge für den Monat ergibt sich aus den Photovoltaik-Anlagen – also rund 60 Megawatt. Eine Anlage mit 4,66 Megawatt ist bereits mit einem Zuschlag aus der Sonderausschreibung realisiert, wie aus der Statistik hervorgeht.

Im Juni sinkt die Solarförderung für die Photovoltaik-Anlagen um 1,4 Prozent weiter ab. Die anzulegenden Werte in der Direktvermarktung liegen dann für Sonstige Anlagen bei 7,85 Cent pro Kilowattstunde.  Bei großen Dachanlagen zwischen 40 und 750 Kilowatt, deren Vergütung zwischen Februar und April stärker als nach dem „atmenden Deckel“ errechnet gekürzt wurde, sind es 8,65 Cent pro Kilowattstunde. Dachanlagen bis 10 Kilowatt Leistung erhalten 11,19 Cent pro Kilowattstunde und zwischen 10 und 40 Kilowatt noch 10,90 Cent pro Kilowattstunde im Marktprämienmodell. Analog dazu bewegen sich die festen Einspeisevergütungen zwischen 7,34 und 10,64 Cent pro Kilowattstunde. Ab einer Anlagengröße von 100 Kilowatt ist die Direktvermarktung des Solarstroms verpflichtend.

In den ersten vier Monaten sind in Deutschland Photovoltaik-Anlagen mit knapp 1,6 Gigawatt neu bei der Bonner Behörde gemeldet worden. Mit 550 Megawatt lag er dabei im Januar am höchsten und ging danach sukzessive zurück. Den Bruttozubau aller Photovoltaik-Anlagen in Deutschland bis Ende April 2019 gibt die Bundesnetzagentur mit 47,515 Gigawatt an. Beim Erreichen einer installierten Photovoltaik-Leistung von 52 Gigawatt droht ein Ende der Förderung für Dachanlagen und kleinen Freiflächenanlagen nach dem EEG.

Der Photovoltaik-Zubau ist immer weiter rückläufig. Die neu installierte Leistung bei der Windkraft ist komplett eingebrochen.

Grafik: Energy-Charts/Fraunhofer ISE

Bruno Burger, Leiter der Energy-Charts am Fraunhofer ISE, weist daraufhin, dass das letztjährige Energiesammelgesetz bereits deutliche Spuren beim Zubau hinterlässt. „Die mit dem Energiesammelgesetz vom 20. Dezember 2018 eingeführte monatliche Degression der Einspeisevergütung führt nach den Vorzieheffekten im Januar nun zu monatlich sinkenden Zubauraten bei der Photovoltaik“, sagt Burger. Zudem sei der jährliche Zubaukorridor für die neu installierte Photovoltaik-Leistung von 2500 auf 1900 Megawatt gesenkt worden. „Beide Maßnahmen bremsen den Zubau der Photovoltaik und damit auch die Energiewende aus“, so der Freiburger Wissenschaftler weiter. Noch düsterer als bei der Photovoltaik sieht es bei der Windkraft und der Biomasse aus (siehe Grafik).