Eon sieht sich weiter im Zeitplan für Innogy-Übernahme

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Während RWE bereits alle Genehmigungen für den weitreichenden Tausch von Geschäften mit Eon von der EU-Kommission erhalten hat, wartet der Konkurrent noch immer auf grünes Licht aus Brüssel. Dennoch liege die geplante Transaktion mit RWE voll im Zeitplan, verkündete Eon bei der Vorlage seiner Quartalszahlen am Montag. Der Energiekonzern habe erwartet, dass die EU-Kommission eine zweite Prüfungsphase für die Integration der RWE-Tochter Innogy einleite. Eon sei zuversichtlich, die erforderlichen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte zu erhalten.

Momentan umfasst das Kerngeschäft von Eon noch Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare. Die Geschäftsfelder entwickelten sich im ersten Quartal 2019 unterschiedlich. So habe das Unternehmen im Netzgeschäft ein Ergebnis auf Vorjahresniveau, bei erneuerbaren Energien eine deutliche Steigerung und bei Kundenlösungen einen Rückgang verzeichnet. Auf Basis dieser soliden Entwicklung bestätigte Eon seine Prognose für das laufende Jahr. So werde ein EBIT zwischen 2,9 und 3,1 Millionen Euro angestrebt. Auch für den bereinigten Konzernüberschuss rechnen wir 2019 weiterhin mit einem Ergebnis von 1,4 bis 1,6 Milliarden Euro. Unseren Dividendenvorschlag von 46 Cent pro Aktie für 2019 bestätigen wir ebenfalls“, sagte Finanzvorstand Marc Spieker.

Im ersten Quartal erreichte Eon nach eigenen Angaben eine leichte Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr auf 9,2 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT sei um acht Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und der bereinigte Konzernüberschuss um elf Prozent auf 650 Millionen Euro gesunken.

Zu den einzelnen Bereichen hieß es, dass das bereinigte EBIT im Geschäftsfeld erneuerbare Energien um 23 Prozent auf 211 Millionen Euro gegenüber dem ersten Quartal 2018 gestiegen sei. Die Ergebnissteigerung resultiere vor allem aus Offshore- und Onshore-Windparks in Deutschland, Großbritannien und den USA und damit verbundenen gestiegenen Erzeugungsmengen. Bei den Netzentgelten sank das bereinigte EBIT auf 623 Millionen Euro – nach 642 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Grund sei „rein temporär“, da die erhöhten Netzentgelte erst mit Zeitverzögerung an die Kunden weiterberechnet würden. Der Rückgang wird sich im Jahresverlauf voraussichtlich komplett ausgleichen, wie Eon erwartet. Bei den Kundenlösung betont der Energiekonzern das wettbewerbsintensive Umfeld in Deutschland. Seit Jahresbeginn habe Eon aber mehr als 100.000 Kunden hinzugewinnen können. Der bereinigte EBIT sank deutlich unter das Vorjahresniveau – von 392 auf 219 Millionen Euro. Das Nicht-Kerngeschäft habe ein auf 164 Millionen Euro gestiegenes EBIT im ersten Quartal erreicht.

Bei der wirtschaftlichen Nettoverschuldung verzeichnete Eon nach eigenen Angaben in den ersten drei Monaten einen Anstieg auf 18,9 Milliarden Euro. Dies seien 2,3 Milliarden Euro mehr als noch zum Jahresende. Als Begründung führt der Energiekonzern vor allem einen technischen Effekt aus der neuen IFRS-Rechnungslegungsvorschrift an, die erstmals angewendet wurde. Dazu komme ein saisonal bedingter schwacher Cashflow. Als weitere Gründe führt Eon das gesunkene Zinsniveau, höhere Pensionsrückstellungen und gestiegene Investitionen in sein Kerngeschäft an. Knapp 300 der 566 Millionen Euro investierte Eon dabei im Segment Netze.