Zweite technologieoffene Ausschreibung: 36 zu 0 für Photovoltaik

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Am Montag verkündete die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der zweiten gemeinsamen Ausschreibung von Photovoltaik-Anlagen und Windparks an Land. Und sie erinnern an die erste Runde. Erneut räumte die Photovoltaik wieder alle Zuschläge ab. Insgesamt seinen 36 Projekte mit einer Gesamtleistung von 201 Megawatt zum Zuge gekommen. „Es gab nur ein Gebot für Windenergieanlagen an Land, das jedoch über der Zuschlagsgrenze lag“, erklärte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert hat sich gegenüber der ersten technologieoffenen Ausschreibung im April von 4,67 auf 5,27 Cent pro Kilowattstunde erhöht, wie es weiter hieß. Die Zuschlagswerte reichten demnach von 4,65 bis 5,79 Cent pro Kilowattstunde. Zehn Zuschläge mit insgesamt 65 Megawatt Photovoltaik-Leistung gingen nach Brandenburg. Enerparc war mit acht Zuschlägen in der Ausschreibung am erfolgreichsten.

Insgesamt seien 50 Gebote für Projekte mit 307 Megawatt eingereicht worden und davon nur eines für einen Windpark. Damit war die Runde überzeichnet. Nur zwei Gebote mussten wegen Formfehlern ausgeschlossen werden.

Bei den gemeinsamen Ausschreibungen sind sogenannte Verteilernetzausbaugebiete definiert worden. Gebiete, in denen bereits viele Erneuerbaren-Anlagen installiert sind, erhalten entsprechend einen Gebotsaufschlag, der den zusätzlichen Verteilnetzausbau berücksichtigen soll. Diese Sonderregelung habe keine Auswirkungen für die erfolgreichen Projekte, so die Bundesnetzagentur. Die meisten Projekte mit Zuschlägen befänden sich zwar in den Verteilernetzausbaugebieten, mussten jedoch nur geringe Modifikationen ihres Gebotswerts hinnehmen und wären auch ohne den Aufschlag zum Zuge gekommen.

„Faktisch wirkt die gemeinsame Ausschreibung wie eine zusätzliche Photovoltaik-Ausschreibung“, so die Einschätzung der Bundesnetzagentur. Dieses Fazit galt schon für die erste Runde im April. Damals lagen die Zuschlagswerte zwischen 3,96 und 5,76 Cent pro Kilowattstunde und 32 Photovoltaik-Projekte waren erfolgreich.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Bundesverband Windenergie (BWE) fordert nach Bekanntwerden der Ergebnisse von der Bundesregierung, Photovoltaik und Windkraft an Land nicht künstlich in einen Wettbewerb gegeneinander zu stellen. Beide Technologien sollten kraftvoll ausgebaut werden.

„Für die Solarbranche sind die jüngsten Erfolge kein Grund zum Feiern: Die erzielten Zuschlagsmengen für ebenerdige Solarparks werden von den Photovoltaik-Auktionsvolumen des Folgejahres wieder abgezogen. Auch die aktuell von der Bundesregierung für die Jahre 2019-2021 geplanten Sonderausschreibungen für große ebenerdige Solarparks sind nach BSW-Einschätzung weitgehend wertlos“, hieß zu den Ergebnissen. Der Verband kritisierte erneut die geplanten Kürzungen für Photovoltaik-Dachanlagen zum Jahreswechsel um rund 20 Prozent, wie sie im Energiesammelgesetz vorgesehen sind. Zusätzlich droht der Einbruch des deutschen Photovoltaik-Marktes, wenn 2020 die Marke von 52 Gigawatt erreicht werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt soll nach dem derzeit geltenden EEG die Solarförderung auslaufen.

„Beseitigt der Bundestag jetzt jedoch nicht endlich den Förderdeckel und verzichtet er auf ein Veto gegenüber den zusätzlich geplanten Einschnitten, so wird das die Energiewende in den Städten ausbremsen und tausende weitere Jobs  in der Solarbranche kosten“, warnt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „Die geplanten zusätzlichen Solarparks auf dem Land sind zu begrüßen, werden diesen Anschlag auf die Energiewende aber nicht auffangen können. So sind die Klimaziele nicht erreichbar“, so Körnig weiter.