Verbände fordern einheitliche, transparente Preismodelle für Elektroauto-Ladestationen

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Ob eine Tankstelle den Sprit billig oder teuer abgibt, sehen die Fahrer eines Autos mit Benzin- oder Dieselmotor auf einen Blick. Wer mit einem Elektroauto unterwegs ist, hat es da viel schwerer: An den Ladestationen gelten unterschiedliche Preismodelle. Manche Betreiber rechnen nach bezogener Strommenge ab, manche nach Ladezeit und manche gar pauschal pro Ladevorgang. Zudem sind die Preise längst nicht immer gut verständlich ausgewiesen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Bundesverband Carsharing (bcs), der Bundesverband Solare Mobilität (BSM) und die Interessengemeinschaft Elektromobilität Berlin-Brandenburg fordern daher, dass die öffentliche Ladeinfrastruktur einfacher nutzbar und transparenter werden muss.

Die Verbände plädieren für Preismodelle, die auf der tatsächlich abgegebenen Strommenge basieren und damit einen Preisvergleich ermöglichen. Die Autofahrer sollten in die Lage versetzt werden, vor jedem Ladevorgang die gesamten Kosten abschätzen zu können. „Der Bundeswirtschaftsminister ist gefordert, das Chaos an den Ladesäulen zu beenden und für faire Preise und Transparenz zu sorgen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Zudem verlangen die Verbände, dass Roaming-Gebühren das Laden nicht unverhältnismäßig verteuern dürfen. Der Gesetzgeber müsse die Entwicklungen im Markt beobachten, um Fehler wie im Telekommunikationsbereich zu vermeiden. Bis dahin solle das Bundeswirtschaftsministerium dem Bundestag jährlich einen Bericht über die Entwicklung der Roaming-Gebühren vorlegen und die Regulierung der Gebühren prüfen.

Kritisch sei zudem, dass Verbraucher in der Regel einen Vertrag mit einem Ladesäulenbetreiber abschließen müssen, um die Batterie laden zu können. Kunden müssen sich je nach Anbieter auf verschiedenen Wegen authentifizieren, etwa per Smartphone-App oder RFID-Karte. Bei einer längeren Fahrt durch Deutschland könne so schnell eine größere Anzahl von Zugangsmitteln nötig werden. Daher fordern die Verbände, ein einheitliches Modell einzuführen, das die Authentifizierung mittels eines einzelnen Zugangsmediums, etwa per Smartphone oder RFID-Chip, ermöglicht und alle Anbieter einschließt.

Darüber hinaus müsse eine zentrale Stelle des Bundes eingerichtet werden, bei der Informationen über den Standort sowie die Eigenschaften aller öffentlichen Ladestationen zusammenlaufen. Diese Daten sollen standardisiert öffentlich zugänglich gemacht werden, damit sich Verbraucher in Echtzeit über die Lademöglichkeiten informieren können.