11,5-Megawatt-Speicher in Varel in Betrieb genommen

Teilen

Einen Batteriespeicher mit 11,5 Megawatt Gesamtleistung hat der Energieversorger EWE am Donnerstag in unmittelbarer Umgebung des Umspannwerks Varel in Betrieb genommen. Bei dem Hybridgroßspeicher handelt es sich dem japanischen Unternehmen Hitachi zufolge um eine Kombination aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer Leistung von 7,5 Megawatt und einer Kapazität von 2,5 Megawattstunden sowie einer Natrium-Schwefel-Batterie mit einer Leistung von vier Megawatt und einer Kapazität von 20 Megawattstunden. Dabei werde die Lithium-Ionen-Batterie für die schnelle Be- und Entladung eingesetzt, während die Natrium-Schwefel-Batterie eine sehr große Kapazität bereitstelle, die jedoch im Vergleich deutlich langsamer reagiere. Die Projektpartner interessiert laut EWE jedoch nicht nur, wie der Speicher sich technisch in das Energiesystem fügt, sondern auch, wie er sich wirtschaftlich optimal betreiben lässt.

25 der insgesamt 37 Stahlcontainer beherbergen Batterien, in den weiteren Einheiten sind Wechselrichter, Steuerungselektronik und Schaltanlage untergebracht.

Foto: EWE

Beide Batterien wurden laut Hitachi in Containern errichtet und über separate Wechselrichter an eine Schaltanlage des Mittelspannungsnetzes angeschlossen. Die Steuerung des gesamten Batteriesystems erfolge über ein Energiemanagementsystem, das mit den Handelssystemen und dem virtuellen Kraftwerk von EWE verbunden sei. Das gesamte System soll laut Hitachi das Gleichgewicht zwischen Stromversorgung und Nachfrage aufrecht erhalten und ziele darauf ab, ein Geschäftsmodell für den Stromhandel über das System in der Region zu etablieren. Durch das System würden die vier Funktionen der primären Regelreserve, der sekundären Regelreserve, der Bilanzierung innerhalb eines Bilanzkreises und der Blindstromversorgung zur Stabilisierung der lokalen Netzspannung realisiert. Der Stromhandel werde nach dem Stromhandelssystem des EWE-Konzerns abgewickelt. Beim Bau eines virtuellen Kraftwerks in Zusammenarbeit mit dem deutschen Projekt Enera würden verschiedene Energiearten des Landes für den Stromhandel zusammengeführt und verwaltet.

Wie Hitachi weiter mitteilt, hat die Projektierungs- und Baukosten von 24 Millionen Euro die „New Energy and Industrial Technology Development Organization“ (Nedo) übernommen, eine Verwaltungsbehörde des japanischen Wirtschaftsministeriums. EWE habe Leistungen im Wert von rund drei Millionen Euro eingebracht. Nach einer dreijährigen Demonstrationsphase mit den japanischen Partnern – Nedo, Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions und NGK Insulators – werde EWE die Anlage weiterbetreiben. Nedo unterstützt demnach japanische Unternehmen dabei, weltweit Referenzprojekte mit großem Entwicklungspotenzial zu realisieren und so ihr Exportgeschäft zu fördern.